Kinder und Demenz

Bist du dabei? – Konfetti-Parade auch mit eben im Leben

Bildschirmfoto 2015-03-20 um 10.01.29

Wie wichtig es ist, auf die Thematik Demenz hinzuweisen, zeigen die neuesten WHO-Zahlen, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Demnach sind heute bereits weltweit 47,5 Millionen Menschen erkrankt; 2030 wird die Zahl noch auf 75,6 Millionen Erkrankte ansteigen. Darum sollte man auch Gesicht zeigen – wir von eben im Leben, Claudia Unruh und Nicole Kuchenbecker, tun es bei der Konfetti im Kopf-Parade in der Hamburger Innenstadt.

Wer dabei sein möchte, sollte sich am Sonnabend, 21. März, um 10.30 Uhr am Heidi-Kabel-Platz einfinden. Von da aus geht es los – quer durch die Innenstadt, Richtung Kirchenallee, Steintorbrücke, Mönckebergstraße, Rathausmarkt. Im Anschluss findet eine Kundgebung am Rathausmarkt bis etwa 13 Uhr statt.

Alle Infos zu der Veranstaltung gibt es bei uns auch auch der Facebook-Seite www.facebook.com/ebenimleben oder auch live, direkt von der Parade über Twitter www.twitter.com/MedPR.

Wer uns direkt live erleben will, darf das erste Barcamp zum Thema Demenz nicht verpassen. Auch wir werden unser Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ dort als Session-Beitrag vorführen. Dazu haben wir Opa-Sterntaler und unser Gehirn mit dabei.

 

Wissen, Erfahrung und Gemeinschaft – die drei bunten Kita-Tage mit „Was ist bloß mit Opa los?

Tag1-SchrittfürSchritt-5

Wie funktioniert unser Gehirn? Wozu benötigen wir es überhaupt? Die Kinder der Kita Schritt für Schritt in Hamburg Langenhorn gehen der Sache auf den Grund. Foto: Kuchenbecker

„Auf Wiedersehen bleib nicht zu lange fort . . . “ – wunderschön, wenn man so nach einem dreitägigen Workshop verabschiedet wird. Dabei galt nicht dem eben im Leben-Team dieser klingende Abschied, sondern den Kindern der Kita Schritt für Schritt als sie vom Seniorenzentrum Röweland aus zurück in ihre Kita aufbrachen. Und das nach nur einer Stunde gemeinsamen Kegeln.

eben im Leben war mit ihrem Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ zu Gast in der Langenhorner Kita Schritt für Schritt. Drei Tage lang sollte sich bei den rund 20 Kindern alles um die Themen Alter, Gehirn, Demenz, Freundschaft und Vertrauen drehen. Was noch am ersten Tag ganz spielerisch begann, sollte am dritten Tag auch so enden. Doch mit vielen Informationen, Eindrücken und einer großen Portion Selbstvertrauen für die Kinder.

Tag_2-7

Kinderbuchautorin Beate Böttcher las aus ihrem Buch „Emma hört dir zu!“. Foto: Kuchenbecker

Die Neugierde bei den Kindern war so groß, dass statt zehn Kinder gleich zwanzig Kinder alles über das Gehirn und die Funktionsweise dieses wichtigen Organs erfahren wollten. Dabei wurde das anatomische Kopfmodell, das uns von 3B Scientific zur Verfügung gestellt wurde, genauestens auseinander genommen. In alle Einzelteile zerlegt, gingen die Kinder dem Gehirn auf den Grund, malten ihre Bilder bunt aus, erfuhren so einiges über Kopf, Nerven und Krankheiten. Schließlich geht es bei „Was ist bloß mit Opa los?“ um die Thematik Demenz. Gute 90 Minuten beschäftigten sich die Kinder mit ihrem Kopf, erzählten von ihren Erfahrungen mit dem Vergessen. Dabei stand natürlich das vergessene Spielzeug beim Kita-Spielzeugtag im Vordergrund. Da in der Kita Schritt für Schritt in Hamburg Langenhorn viele Kulturen zusammen treffen, leben die Familien verstreut über die Kontinente. Nicht jedes Kind hat die Nähe und Liebe der Großeltern, kann sich an gemeinsames erinnern.

Doch das machte ihnen nichts – und uns auch nicht. Denn eben im Leben ist flexibel und passt sich mit dem Workshop-Programm auf die Kinder an. Darum standen dann am zweiten Tag auch die Themen Vertrauen, Respekt und die Hilfsbereitschaft im Vordergrund. Und wie sollte es auch anders sein – das Gehirn wurde immer wieder mit eingebunden. Dafür sorgten nicht zuletzt Handpuppe Opa Sterntaler und Autorin Beate Böttcher. Aus „Emma hört dir zu!“ las die Kinderbuch-Autorin einige ihrer Geschichten den  Kindern vor.

SchrittfürSchritt-3

Gemeinsam beim Kegeln: Kita-Kinder und Senioren erlebten gemeinsam eine Menge Spaß und eine schöne Zeit.                     Foto: Kuchenbecker

 

Jetzt galt es die Theorie, die Geschichten mit der Wirklichkeit zu verknüpfen – darum ging es am dritten Tag in das Seniorenzentrum Röweland. Hier erwartete die Kinder und Senioren gleichermaßen ein Tag voller Aktivität – für’s Gehirn, die Beine und das Wohlbefinden. Anfänglich von Skepsis und Vorsicht geprägt, „tauten“ die Kinder nach kurzer Zeit auf, um sich aktiv in den Sport-Vormittag der Senioren einzubringen. Kegeln stand auf dem Programm. Gemeinsam, abwechselnd ließen Senioren und Kinder die Kugel rollen. Dabei wurde sich gegenseitig angefeuert oder in tosenden Beifall ausgebrochen, wenn ein Pin kippte. Je mehr Pins fielen, desto lauter wurde es. Schließlich wuselten alle durcheinander. Lebendigkeit hielt Einzug; laute Lebendigkeit.

Mit einem Lied verabschiedeten sich die Senioren von ihren jungen Besuchern. Ein Lächeln auf den Lippen; ein Strahlen in den Augen.

Drei Tage voller Leben, Leichtigkeit und mit viel Wissen. Wissen darum, dass 20 Kinder etwas über das Miteinander gelernt haben. Etwas über den Umgang mit älteren Menschen, mit Krankheit und die Wichtigkeit ihres Gehirns erfahren haben. Das macht Hunger auf mehr – viele weitere „Was ist bloß mit Opa los?“-Workshops.

Ein herzliches Dankeschön für die Realisierung geht an den Käsespezi Thomas Gerstenberg sowie an den RWE-Energietopf. Aufgrund der finanziellen Zuwendung war die kostenlose Durchführung in der Kita Schritt für Schritt möglich. (nk)

Model Hannah Bellmann: Demenz ist eine Krankheit, die einen auffrisst

hannahjungs 443aa

Model Hannah Bellmann engagiert sich für eben im Leben.

 

Prominente Gäste unterstützen das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ bei unserem Charity-Event Mitte September 2014.  Auch Model Hannah Bellmann ist dabei und hat uns im Vorwege bereits ein tolles Interview gegeben. Denn diese wunderschöne und lebensfrohe Frau hat so einiges zum Thema Demenz zu sagen.

 

eben im Leben: Hast du eigene Erfahrungen mit der Krankheit Demenz im Familien oder Freundeskreis gemacht?

Hannah Bellmann: Ja, leider habe ich das. Meine Oma erkrankte mit Mitte 80 und geistige Verfall ging Hand in Hand mit dem Körperlichen. Die Krankheit frisst einen auf. Der Mensch, der nicht mehr reflektieren kann, stirbt Stück für Stück.
Rene Descartes prägte nicht umsonst: Ich denke, also bin ich.

 

eben im Leben: Warum unterstützt du unser Projekt: Was ist bloß mit Opa los?

Hannah Bellmann: Ich finde es gut, dass man sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, darauf aufmerksam macht und die jüngere Generation im frühen Alter damit konfrontiert. Je eher man die Thematik versteht, desto verständnisvoller kann man damit umgehen. Es ist wichtig, dass dieses Krankheitsbild beleuchtet wird, da die Gesellschaft zunehmend älter wird und diese immer häufiger in Erscheinung tritt. Das Umgehen mit Erkrankten zu erlernen, nicht selber daran zu zerbrechen und die letzten Jahre des Menschen so gut es geht zu begleiten, ist wichtig und wortwörtlich kein Kinderspiel. Wenn ich einen Beitrag leisten kann, mache ich dies natürlich.

 

eben im Leben: Was könnte man tun, um die Betreuung von demenzkranken Menschen zu verbessern?

Hannah Bellmann: Einfach die Krankheit verstehen und akzeptieren- dem Betroffenen Verständnis zeigen. Außerdem muss für bestimmte Einrichtungen gesorgt werden, in denen Patienten betreut werden können. Als Verwandter schafft man dieses kaum, weil es im Endeffekt nicht nur ums Vergessen geht, sondern auch um einen starken körperlichen Verfall, der nur mit professioneller Hilfe zu Händeln ist.

 

eben im Leben: Welche schönen Erlebnisse hattest du mit deinen Großeltern?

Hannah Bellmann: Mit meinen Großeltern hatte ich viele schöne Erlebnisse. Ich rede jetzt gar nicht von Zoo oder Spielplatz.
Vielmehr Schlüsselerlebnisse, die einmalig waren: Ich saß einmal mit meiner Oma, ich war wohl vier, bei McDonalds- ja da ist sie mit mir hingegangen- und nach fünf Minuten am Platz sitzen (ich dachte sie wollte erstmal kurz einfach ruhen) sagt sie: „Hannah, unmöglicher Service heutzutage. Wann kommt denn jetzt der Kellner?“ Da habe ich ihr dann entgegnet: „Oma, du musst das vorne holen- selfservice.“ Sie kam mit einem großen Tablett wieder- und genau den richtigen Sachen. Dann habe ich da mit ihr Burger & Fries gegessen. Danach sagte sie zu mir, dass sie jetzt erstmal ihren Freundinnen Bescheid geben würde- hier würde sie mit Ihnen auch nochmal hingehen. Das fand ich irgendwie cool.

Genetisch gesehen sind wir Oma und Opa ähnlicher als unseren Eltern, da der Gencode gerne eine Generation überspringt.

Wenn ich eine Sache in meinen Genen haben möchte, ist es das Aktivitätsgen, welches sie hatte: Bis 85 gerudert, Sport getrieben und immer auf Achsen. Wunderschön, charmant und liebenswürdig. Leider trotzdem ihr leben lang leicht depressiv. Ob das mit der Grund für den Ausbruch ihrer Krankheit war? Irgendwie war sie Marilyn Monroe für mich.

 

eben im Leben: Liebe Hannah, danke für das Interview.

Schauspielerin Yvonne Catterfeld über Demenz, die eigenen Großeltern und den Lebenszyklus

Yvonne Catterfeld_2 - CMS Source 3 Kopie

Es gibt Dinge, die schließt man in sein Herz. Die Künstlerin Yvonne Catterfeld spricht im eben im Leben-Interview über Ausflüge mit ihren Großeltern, über die Wichtigkeit schon Kinder mit dem Thema Demenz vertraut zu machen und ihrem Wunsch nach mehr Beachtung und Respekt für Kinder und ältere Menschen.

 

eben im Leben: Was gefällt Ihnen an unserem eben im Leben-Projekt „Was ist bloß mit Opa los“?

Yvonne Catterfeld: Man  spürt die Zeit und Leidenschaft, die Arbeit, die man sich genommen hat, das Projekt ins Leben zu rufen und den Motor dahinter. Die Homepage ist sehr liebevoll gestaltet und ich fand es interessant, mich damit zu befassen. Der Name des Projektes lässt sofort erahnen, worum es geht.  Demenz kann jeden von uns und in unserer Familie treffen und unsere Kinder mit dieser Frage  in Verzweiflung stürzen. Sie brauchen eine Antwort darauf, in ihrer Sprache, um Verständnis dafür zu entwickeln und vielleicht auch die Gewissheit, dass es Dinge gibt, die sich nicht ändern lassen, die man so akzeptieren muss wie sie sind. Dafür brauchen sie Hilfe und einen Gesprächspartner.

 

eben im Leben: Warum ist es wichtig bereits Kinder über Demenz aufzuklären?

Yvonne Catterfeld: Demenz ist etwas, was wir leider noch nicht verhindern können,  aber man kann vielleicht lernen, damit  besser umzugehen, indem man sich frühzeitig damit auseinander setzt. Besonders für Kinder scheint es schwer verständlich, wenn sich ein ihnen nahe stehender Mensch plötzlich derartig verändert, dass er wie ein Fremder wirkt und noch schlimmer, man selbst dem eigenen Opa oder der Oma fremd wird. Kinder frühzeitig darüber aufzuklären, in welchem Stadium sich Angehörige befinden und vor allem wie man mit diesen geliebten Menschen nun umgehen kann, ist sicher eine Form der Hilfe und des Verständnisses. Denn aufhalten kann man diese Krankheit nicht, nur lernen, mit ihr zu leben, zu wachsen und umzugehen. Keiner ist davor geschützt. Wir alle sammeln Erinnerungen, bereichern unser Leben mit Erinnerungen. Unverständlich dass im letzten Ende unseres Lebens vielleicht keine davon mehr existieren. Mich erinnert dies immer daran, jeden Moment des Lebens wahrzunehmen und zu genießen. Vielleicht ist ein schöner Ansatz, Kinder die davon bettoffen sind im Familienkreis, in ihrer Natur zu unterstützen, nämlich im JETZT zu leben. Denn das können Kinder wunderbar, während wir  Erwachsenen vielleicht über Bücher dahin zurückfinden wollen, was uns die Natur mitgegeben hat. Wenn jemand in der Familie mit Demenz betroffen ist, ist es bestimmt hilfreich, sich dem Moment bewusst zu werden, denn der Demenzkranke lebt mehr oder weniger meist auch nur noch im Jetzt.

 

eben im Leben: Wenn Sie an ihre Kindheit denken, an welches Erlebnis mit ihren Großeltern erinnern Sie sich am liebsten?

Yvonne Catterfeld: Ich erinnere mich am meisten an die Ausflüge in den Garten vor dem Haus wie auch einen etwas entfernter gelegenen Garten, zu dem wir immer mit den Rädern fuhren. Die Verbundenheit der Natur, die meine Großeltern immer noch haben. Meine Großeltern könnten sich locker mit ihren Schätzen aus ihrem Garten selbst verpflegen, sie  züchten aus Kompost wieder Neues. Diese Liebe zur Natur hat mich immer als Kind fasziniert und mitgerissen, zu wissen, woher das kommt, was wir heute für selbstverständlich nehmen, den Kreislauf der Natur anzuerkennen.

 

eben im Leben: Für unsere Kinder und alte Menschen in diesem Land wünsche ich mir . . .

Yvonne Catterfeld: Beachtung und Respekt. Spätestens wenn man ein eigenes Kind hat, ist der Kreislauf des Lebens auf einmal klar vor einem: Babys werden zu Kindern, Kinder werden zu Erwachsenen, alle werden alt, ältere Menschen verhalten sich irgendwann vielleicht wieder wie kleine Kinder und kehren an den Anfang ihres Lebens zurück.  Egal ob Professor oder Handwerker, das Gelernte wird oft wieder verlernt. Mir macht das manchmal Angst, aber sich der Sterblichkeit und der Endlichkeit des Lebens bewusst zu werden, hilft oft, das Leben intensiver und als Geschenk wahrzunehmen. Wir alle werden alt und wir alle werden irgendwann sterben. Diese Tatsache ist hart, so einfach sie klingt und sie macht vielen Menschen Angst. Wenn wir uns bewusst sind, dass wir alle alt werden, werden wir alte Menschen mehr respektieren.

Natürlich möchte man sich gerne an das erinnern, was man mit den Großeltern erlebt hat und diese Erinnerungen sollte man bewahren, aber Kinder können vielleicht eher lernen als wir, mit dieser Situation, die JETZT ist, umzugehn, vielleicht mit Phantasie und Empathie , zu verstehen, was in Opa oder Oma gerade in diesem Augenblick vorgeht, was er oder sie gerade wahrnimmt sie, um sich ihnen noch nahe zu fühlen und darauf reagieren zu können, statt unverständlich und passiv dem zusehen zu müssen.

Aber ich habe leicht reden, auch ich könnte nur sehr schwer damit umgehen und habe Angst, jemand in meiner Familie könnte eines Tages davon betroffen sein.

 

eben im Leben: Liebe Frau Catterfeld, wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

Lassen Sie uns doch mal ins Gespräch kommen . . .

Nur wer miteinander spricht, versteht einander. Foto: Kuchenbecker

Nur wer miteinander spricht, versteht einander. Foto: Kuchenbecker

Momentan ist viel los. Zu viel, um es allein zu schaffen. Darum braucht jeder gute Verein auch Mitglieder, die bei der Realisierung von Projekten helfen. eben im Leben geht es genauso. Auch wir suchen Mitstreiter, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.

Sind Sie vielleicht ein Zeitspender? In Hamburg engagieren sich etwa 450 000 ehrenamtliche Helfer in den verschiedensten Bereichen. Und auch bei uns sind gerade noch drei Plätze akut frei. Denn für unsere Veranstaltungen und am 19. September auf dem Langenhorner Marktplatz in Hamburg brauchen wir noch den einen oder anderen, der ganz praktisch mit anpackt, der mit uns spielt, für Ordnung sorgt und schaut, dass alles so läuft wie es in unserem großen Ablaufplan geschrieben steht.

Aber wir suchen auch Menschen, die uns einfach bei unserer Arbeit Nahe stehen. Uns unterstützen indem sie anderen Menschen von unserem Projekt erzählen, uns empfehlen und so unsere Botschaft in die Welt hinaus tragen. Denn uns sind starke Kinder wichtig, die gelernt haben, dass es Krankheiten gibt, das liebe Menschen wie Oma und Opa davon betroffen sein können. Die aber auch wissen, dass sie nicht alleine sind, die wissen, dass man sich immer irgendwo Hilfe holen kann. Dafür stehen wir.

Unsere Arbeit nimmt Fahrt auf. Nachdem die gesamte Bürokratie erledigt ist, geht es nun ganz gezielt an die Finanzierung des Projektes. Auch hier sind Unterstützer gefragt. Die ersten helfenden Unternehmen haben sich bereits gefunden. Und es werden mehr. Die Gespräche laufen, die ersten Anträge sind gestellt. Auch mit Stiftungen, der Stadt, dem Bundesministerium oder Banken sind wir im Gespräch.

Wir sind zuversichtlich, dass wir in sehr kurzer Zeit mit dem Kinderpräventionsprojekt „Was ist bloß mit Opa los?“ im Hamburger Norden starten können. Aber nicht nur hier: Es gibt bereits Anfragen von Organisationen aus anderen Bundesländern, die unser Projekt gerne adaptieren möchten.

Es geht also voran, doch ohne Hilfe von anderen geht es nur langsam. Wer sich daher engagieren möchte, nimmt einfach per E-Mail an nicole.kuchenbecker(at)ebenimleben(dot)de Kontakt mit uns auf. Lassen Sie uns doch ins Gespräch kommen und sehen was draus wird.

Was meinen Sie?

Der Demenz mit (Aus)Gelassenheit begegnen

Wir sind mächtig ins Schwitzen geraten, denn eine anstrengende Woche liegt hinter uns. Hohe Außentemperaturen sorgen für innere Aufgeheiztheit – und unsere Stimmung erlebt derzeit auch ein richtiges Hoch. Denn wir haben ihn, unseren ersten VIP für das Charity-Event am 15. September im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten zugunsten unseres Vereines und Projektes. Niemand anderes als Roberto Blanco hat sich bereit erklärt, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen.

Roberto Blanco

Unterstützt das „Was ist bloß mit Opa los?“-Projekt von eben im Leben e.V. im Hamburger Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten: Roberto Blanco.

Das ist großartig und motiviert uns, noch mehr Energie in unsere zwei Veranstaltungen, die während der Demenzwoche in Hamburg laufen werden, hineinzustecken. Es ist aber auch ein nicht zu unterschätzender Kraftakt: Wir sind zwei Frauen, die Kinder, die einen Beruf haben. Die Tag und Nacht E-Mails schreiben; das Projekt jedem vorstellen, der nur irgendwie bei der Realisierung weiterhelfen könnte.

So konnten wir Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, für die Eröffnung unserer Veranstaltung am Freitag, 19. September, 10 bis 12 Uhr auf dem Langenhorner Marktplatz gewinnen. Hier werden wir  unter dem Motto „Was ist bloß mit Opa los? – wir spielen“ gemeinsam mit Kindern und älteren Menschen spielen. Die Einladungen an die Kindergärten und Senioreneinrichtungen sind geschrieben und gehen in der zweiten Augustwoche raus. Auch die Plakate für die Veranstaltung sind in der Vorbereitung.

Jetzt werden helfende Hände, Spender und Sponsoren gesucht, damit die Events erfolgreich werden.

Doch was ist schon Erfolg? Für uns bedeutet das, dass wir dem angstschürenden Thema Demenz mit einer Art generationsübergreifender Leichtigkeit begegnen. Roberto Blanco wird gemeinsam mit den Gästen im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten singen; in Langenhorn werden wir spielen, basteln und gemeinsam lesen. Alles Dinge, die weder mit Angst noch mit Unsicherheiten verknüpft sind. Und genau das ist uns wichtig. Denn trockene, aufklärende Veranstaltungen zu dem Thema gibt es viele. Aber wo bleibt die generationsübergreifende (Aus)Gelassenheit?

Wir fiebern also einem aufregenden Tag mit Roberto Blanco entgegen, an dem bestimmt nicht nur die Senioren leuchtende Augen bekommen, weil „Der Puppenspieler von Mexico“ erklingt…

Ich weiß schon jetzt, dass sich unsere Gäste wohl fühlen und wir uns in ein paar Stunden der Gelassenheit „flüchten“ werden. Und wenn wir das eine oder andere dabei vergessen, ist das gut. Sehr gut sogar. (nk)

Heute neu in der Bücherecke und im Buchhandel – Als Opapi das Denken vergaß

Ein tolles Buch, eine Abkühlung: Das Probelesen von "Utischa Marmon, Als Opapi das Denken vergaß" hat einfach nur Spaß gemacht. Foto: Unruh

Ein tolles Buch, eine Abkühlung: Das Probelesen von „Uticha Marmon, Als Opapi das Denken vergaß“ hat einfach nur Spaß gemacht. Foto: Unruh

Bei diesen heißen Temperaturen sind eine Abkühlung und eine spannende Lektüre genau das Richtige. Und was eignet sich besser als das neue Buch von Utischa Marmon „Als Opapi das Denken vergaß“. Es erscheint heute im Buchhandel und wir durften es vorab schon einmal Probelesen. Und was sollen wir sagen? Wir sind einfach nur begeistert.

Wer wissen will, warum dieses Buch für Kinder ab acht Jahren so toll ist, schaut einfach in unserer Bücherecke vorbei. Denn da hat Claudia Unruh das Buch rezensiert. Ein kurzer Auszug daraus:

„Es kann eigentlich kein Zufall sein, dass dieses wunderbare Kinderbuch aus dem Magellan Verlag mit einem Zitat von Astrid Lindgren beginnt: „Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.“ Denn tatsächlich fühle ich mich ( Jahrgang 1971) in meine schönsten Kinder-Lesezeiten zurückversetzt. Das liegt in erste Linie daran, dass die Autorin Uticha Marmon es schafft, ein sehr undankbares, trauriges und angstbesetzes Thema, nämlich in diesem Fall die Demenz des Uropas, mit einer so berührenden und phantasievollen Schreibe zu belegen . . .“

 

Tolle Tage mit Oma . . .

Manchmal erkennt man den Wert eines Augenblicks erst dann, wenn er zur Erinnerung wird.

Kinderbuchautor Theodor Seuss Geisel

Haben gemeinsam Spaß in Dänemark: Justus und seine Oma Elke. Foto: Kuchenbecker

Haben gemeinsam Spaß in Dänemark: Justus und seine Oma Elke. Foto: Kuchenbecker

Erinnerungen sind das, was uns Menschen miteinander verbindet. Sich an jemanden zu erinnern, und sich daran zu erfreuen, was man gemeinsam erlebt hat, beschert uns positive Gefühle. Für den einen Menschen ist es die Erinnerung, für den anderen die Gegenwart, seine Realität. Denn bei der Demenz geht es nicht um das Vergessen, es geht um das Erinnern. 

Darum haben Justus (3) und seine Oma Elke (66) auch gemeinsam einen tollen Ausflug gemacht. Drei Tage lang hatten sie gemeinsam Spaß im Legoland Resort Billund. Eine Zeit des Miteinanders, des Spaß habens, des Erlebens. Oma Elke lacht, wenn sie sich in den viel zu kleinen Wagen neben ihren Enkelsohn quetscht und mit ihm auf Safari-Tour entlang der Tiere aus Legosteinen geht. „Ich fand es wunderschön, einen gesamten Tag gemeinsam mit meinem Enkel zu verbringen“, sagt Elke und fügt hinzu, „vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Ein tolles Erlebnis. Vor allen Dingen ein bleibendes Erlebnis.“

Oma Elke quetscht sich in das viel zu kleine Safari-Auto – aus Liebe zu Justus. Foto: Kuchenbecker

Oma Elke quetscht sich in das viel zu kleine Safari-Auto – aus Liebe zu Justus. Foto: Kuchenbecker

Elke hätte sich gewünscht, dass sie so etwas auch mal zusammen mit ihren anderen fünf Enkelkindern erleben dürfte. Aber das wird wohl nur ein Wunsch bleiben. Darum genoss sie die Zeit mit Justus um so intensiver. In der Eisenbahn, in Atlantis, dort wo Lego auf Haie, Fische und Seesterne trifft. Natürlich ist Oma auch mit ins 4D-Kino gegangen und hat sich die Abenteuer von Löwe Laval angeschaut – und das, obwohl sie von den Legenden von Chima bis dato noch nichts gehört hatte. „Das erste Mal haben wir gar nicht verstanden, worum es im Film eigentlich ging“, schmunzelt sie und gibt zu, „es war ja auch irgendeine skandinavische Sprache. Wir sind da eher so Ausversehen ins Kino geraten, weil Platz war.“ Der zweite Kinobesuch war dann geplanter und mit den Chima-Abenteuer in deutscher Sprache.

Es macht riesigen Spaß die anderen Besucher nass zu spritzen – besonders, wenn man es gemeinsam macht. Foto: Kuchenbecker

Es macht riesigen Spaß die anderen Besucher nass zu spritzen – besonders, wenn man es gemeinsam macht. Foto: Kuchenbecker

„Es hat mir viel Freude bereitet, zu sehen wie sich mein Enkel voller Begeisterung in alles gestürzt hat“. Und auch sie stürzte sich in Abenteuer, machte sich mit Justus auf, um im Pyramiden- Tempel die Skelette zu fangen, Wasserfontänen zu starten wenn Justus die Dschungle-Tour unternimmt oder mit ihm gemeinsam auf Fahrt zu gehen und im Piratenschiff pitschepatsche nass zu werden. „Wir haben so viel Spaß gehabt. Dabei wollte ich eigentlich gar nicht in irgendein Karussell“, gesteht sie. Bereut hat sie es nicht, denn das Erlebte wird mit der Zeit zur Erinnerung.

Schon jetzt hält ein Foto das Erlebte wach. „So etwas mit seinem Enkel zu machen, ist ein bleibendes, ein belebendes Ereignis, das ich nicht mehr missen möchte“, sagt sie abschließend. Und auch Justus hat in den drei Tagen, die er intensiv mit seiner Großmutter verbrachte, eine Menge mitgenommen. Er lernte seine Oma von einer ganz anderen Seite kennen, eine, die nur Spaß machte. Ein durchweg positives Erlebnis.

Und genau diese positiven Momente sind es, die an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen denken mögen. Sich gemeinsam erinnern, eine positive Begebenheit kann so viel bewirken.

Die Erinnerung an drei tolle Tage im Legoland Billund Resort kann ihnen niemand mehr nehmen. Das macht stark und mutig. Foto: Kuchenbecker

Die Erinnerung an drei tolle Tage im Legoland Billund Resort kann ihnen niemand mehr nehmen. Das macht stark und mutig. Foto: Kuchenbecker

Hier setzt auch das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ an. Denn auch hier geht es um das sich erinnern. Kita-Kinder erzählen von ihren tollen Erlebnissen mit Oma und Opa. Sie malen es und schließen es dabei in ihre Herzen ein. Das gibt ein schönes Gefühl und macht stark für das, was auf uns zukommen kann. Und eines sollten wir noch beherzigen. Mit allem, was wir erleben. Das wusste schon Novalis, ein deutscher Schriftsteller, Bergbauingenieur und Philosoph:

Die Menschen gehen viel zu nachlässig mit ihren Erinnerungen um. Alle Erinnerung ist Gegenwart.

 

„Danke für ein tolles Projekt“

Blumen, Pralinen und ein Danke von den Kleinen Füßen. Foto: Kuchenbecker

Blumen, Pralinen und ein Danke von den Kleinen Füßen. Foto: Kuchenbecker

Was für eine Überraschung heute morgen. Da bat mich die Kita-Leitung doch einfach mal in ihr Büro, um mich mit Blumen und Pralinen zu überraschen. Ein kleines Dankeschön für eurer tolles Projekt, hieß es. Ich habe mich mächtig gefreut, denn es sind immer die ganz kleinen Gesten, die ganz großes bewirken. In unserem Fall: Wir werden jetzt noch intensiver die Vereinsgründung, die Öffentlichkeitsarbeit und die Sponsorensuche für „Was ist bloß mit Opa los?“ vorantreiben und uns bei den Kindergärten unserer Stadt vorstellen. Damit noch mehr Kinder tolle Erfahrungen mit an Demenz erkrankten Menschen machen können.

Auch wir geben ein Danke an die Kinder und das Team der Kita zurück, die uns so wunderbar geholfen haben, die Stärken und Schwächen unseres Demenz-Präventions-Projektes herauszufinden. Danke auch an euch. Ihr seid alle so großartig. (nk)