Hamburgische Brücke

Manchmal ist weniger einfach mehr – Tag 2 unseres Piloten

Puppenspiel im Kindergarten: Lillie und Opa zum Thema Vergesslichkeit. Foto: Kuchenbecker

Puppenspiel im Kindergarten: Lilli und Opa zum Thema Vergesslichkeit. Foto: Kuchenbecker

Was macht man eigentlich, wenn die Kinder den Sinn der Veranstaltung bereits am zweiten Projekttag verinnerlicht haben? Dicke Backen.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als heute während Puppe Lilli und Opa noch am Spielen war, die Kinder meinten, es sei völlig egal, ob Opa etwas vergisst oder nicht. Die Hauptsache ist, dass Opa einen lieb hat – und das auch immer haben wird. Diese Aussage der Kita-Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren hat mich umgehauen. Denn genau das ist es ja, was wir mit unserem Projekt den Kindern aufzeigen wollen: Gegen eine Demenz kann man sich nicht wehren, aber man kann damit liebevoll umgehen.

Und diese Gefühle waren es, auf die Stefanie Liersch von der Hamburgischen Brücke bei ihrem Puppenspiel noch extra einging. Denn Lilli hat sich anfangs schon Sorgen gemacht, dass Opa immer ihren Namen vergisst oder ihr ganz andere Namen gibt. Aber die Liebe zu ihm, sorgt für Verständnis. Klar und kurz zeigte sie den Kindern durch das Puppentheater, was Demenz mit einem machen kann und wie man als Angehöriger darauf reagieren kann. Und das ist gut 20 Minuten. Mehr war heute auch nicht drin. Denn bei 27 Grad kamen die Kinder ganz schön ins Schwitzen und freuten sich, dass sie nach dem Theater noch auf den Spielplatz durften.

Doch sie sind bestens für morgen mit Wissen ausgerüstet: Wir besuchen eine Tageseinrichtung und dürfen ältere Menschen kennen lernen, mit ihnen spielen, mit ihnen singen und reden. Das wird bestimmt aufregend.

Aufregend ist auch, dass wir einen zweiten Unterstützer gewinnen konnten. Und das Logo ist endlich auf unserer Seite zu sehen. Danke Frau Liersch, Danke an die Hamburgische Brücke und auch Danke an 3B Scientific für die tolle Unterstützung.

Gehirn gesucht – ich hab meines leider verlegt

Sobotta und Schiebler lassen grüßen. Etwas eingestaubt – mein Wissen und auch die Literatur dazu.

Sobotta und Schiebler lassen grüßen. Etwas eingestaubt – mein Wissen und auch die Literatur dazu. Foto: Kuchenbecker

Die Visitenkarten sind bestellt. Juhu. Wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Claudia und ich sind zuversichtlich, dass unser Pilotprojekt in der kommenden Woche gut ankommen wird.

Die Kita haben wir zumindest gefunden. Der Ablaufplan für drei Tage rund um die Demenz steht. Sogar die Referentin Stefanie Liersch von der Hamburgischen Brücke hat zugesagt. Jetzt kann es eigentlich losgehen. Aber unsere Materialien fehlen noch: Ich habe mein Gehirn nämlich verkauft oder verlegt. So genau weiß ich das leider nicht. Warum Claudia das so zum Lachen bringt, weiß ich nicht. Naja, die Rede ist von dem tollen Modell, das ich während meiner Studienzeit bei mir beherbergte. Jetzt müssen wir wohl ein neues besorgen. Aber das Internet bietet ja die eine und andere Möglichkeit. Und an den Malvorlagen bin ich auch schon dran. Und auch meine Anatomiebücher sind schon entstaubt.

Claudia übernimmt das Briefing der Referentin. Schließlich sollen die 10 Kinder ja auch unterhalten werden und nicht immer nur selbst was machen müssen. Überfordern wollen wir die Kita-Kids ja nicht. Auf die Rückmeldung der Leitung bin ich ja auch gespannt. Ob sie so einen detaillierten Ablaufplan schon jemals gesehen hat? Da merkt man, dass in Claudia und mir 15 Jahre TV-Produktions-Arbeit stecken. Da geht auch nix ohne genauen Ablaufplan. Ob man sich dann allerdings daran hält, steht auf einem ganz, ganz anderen Blatt. Gerade mit den Kindern. Denn eines ist bei unserem Projekt wichtig: Wir wollen gemeinsam eine tolle Zeit haben, etwas lernen und uns gemeinsam mit einem wichtigen Thema auseinandersetzen.

Wir warten es mal ab. Und in Kürze werden die schönsten Fotos von unserem Pilotprojekt hier zu sehen sein. (nk)