Gesundheit

Verständnis füreinander fängt schon heute an

Herzlich willkommen auf den Internetseiten des Vereins eben im Leben e.V.

Können Sie sich vorstellen wie es ist, wenn man die einfachsten Dinge vergisst? Seinen Schlüssel beispielsweise nicht mehr findet? Vielleicht ja.

Aber können Sie sich vorstellen, wie schlimm es ist, seine Lieben zu vergessen? Seinen Partner, die eigenen Kinder oder auch Enkelkinder? Nicht mehr zu wissen, wer diese Menschen, die einem eigentlich so nahe stehen, eigentlich sind. Wieviel Zeit man mit ihnen verbracht hat? Und wie schlimm muss es wohl erst für die Kinder sein, die von den eigenen Großeltern nicht mehr erkannt werden – und nicht wissen warum?

Mit dieser Thematik beschäftigt sich der Verein im Rahmen des Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“. Denn hier dreht sich alles um das Thema Demenz und wie gehe ich mit dieser Diagnose in der Familie um. Dabei legt eben im Leben den Schwerpunkt auf die Aufklärung und Begleitung von Kindern und deren Eltern.

„Was ist bloß mit Opa los?“ – bietet Kindern ab einem Alter von vier Jahren einen Workshop an. Dazu gehen wir in Kindergärten und informieren spielerisch zur Krankheit, dem Verlauf und einem möglichen Umgang. Materialien wie ein Gehirnpuzzle, Knete oder auch Bilderbücher helfen uns, die Kinder zu stärken und sie für einen ersten Umgang mit der Krankheit zu rüsten.

Ausführliche Informationen zu dem Projekt finden Sie auch hier in unserem ebenimLeben-Flyer.

Eine Explosion der Gefühle – Projekttag 3

Vertrautheit: Justus ergriff die Hand von Ferdinand auf dem Weg zur Bushaltestelle. Foto: Kuchenbecker

Gemeinsam verbunden: Justus ergriff die Hand von Ferdinand auf dem Weg zur Bushaltestelle. Foto: Kuchenbecker

Uns war schon ganz mulmig heute morgen. Als wir mit unseren 13 Kita-Kids in der Tagespflegeeinrichtung alter + pflege in Barmbek ankamen, begannen die Kinder so ungewohnt ruhig und zurückhaltend zu werden. Die älteren Menschen waren bereits dort und nahmen gerade ihr Frühstück ein. In diesem Moment waren wir uns nicht sicher, ob wir mit unserem Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ wirklich richtig lagen. Es richtig war, mit Kindern ab drei Jahren in eine Pflegeeinrichtung zu gehen.

Doch es war richtig. Sogar goldrichtig. Denn was sich in diesen anderthalb Stunden dort abspielte, kann man kaum in Worte fassen. Zuerst saßen die Kinder etwas isoliert an einem langen Tisch. Ganz für sich, ohne Kontakt zu den älteren Menschen. Die Mitarbeiter der Einrichtung hatten Malvorlagen, Stifte, Getränke und auch Kekse für die kleinen Gäste vorbereitet. Doch so richtiger Kontakt zu den älternen Menschen wollte sich nicht aufbauen.

Das änderte sich plötzlich, ganz langsam, als Ferdinand mit einer Schüssel Kekse die Kinder „anfütterte“. Ferdinand besucht die Einrichtung täglich, ist selbst Opa. Doch seine Enkelkinder sind zu weit weg; sie leben in Köln. Darum ist es für ihn ein besonders schönes Erlebnis, die Kita-Kinder um sich zu haben. Und auch die haben seine Zuwendung, die Aufmerksamkeit genossen. Denn immer mehr durchmischte sich das Treiben am Tisch: junge Menschen und alte Menschen malten ganz plötzlich zusammen. Und dann gab es kein Halten mehr. Es war wie eine Explosion der Gefühle: Die Kinder liefen durcheinander, spielten zusammen im Garten, vergnügten sich mit den Gästen der Tageseinrichtung beim Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiel oder spielten Denkspiele mit ihnen zusammen.

Als wir dann gegen Mittag die Heimfahrt antraten, machte Ana Zoe uns ein wundervolles Kompliment: „Es war ein toller Ausflug.“

Ferdinand begleitete uns dann noch zum Bus. An seiner Hand der drei Jahre alte Justus. Beide genossen sichtlich das Zusammensein, von Berührungsängsten keine Spur. Es war eher ein wenig wie Vertrautheit. (nk)

„Dann wohnt das Gehirn direkt unter dem Regenbogen“ – gelungener Start von „Was ist bloß mit Opa los?“

Ein gelungener erster Tag: Die Kinder waren neugierig auf das Gehinmodell. Foto: Kuchenbecker

Ein gelungener erster Tag: Die Kinder waren neugierig auf das Gehinmodell. Foto: Kuchenbecker

Was für ein toller Tag. So voller Aufregung, Anspannung und Entspannung. Ein Tag, der hätte nicht besser sein können. Denn die Kinder bei unserem Pilotprojekt waren einfach umwerfend.

Statt angemeldeten zehn Kindern für unser Projekt „Was ist bloß mit Opa los? „wollten plötzlich 17 (!) Kinder unbedingt mitmachen. Wie schön, wenn man auf alles vorbereitet ist und genug Gehirne zum Ausmalen dabei hat. Ja, ein Gehirn auszumalen, kann zur echten Kunst werden. Und so wurde die Malvorlage liebevoll mit Herzchen und Blüten, Lufballons und Girlanden verziert. Eifrig wurden Buntstifte getauscht, damit alles in den schönsten Farben leuchten konnte. Der Einstieg in unser Projekt war gelungen. Und die Kinder waren wissbegierig und so gar nicht ahnungslos. Sie wussten viel, dass man beispielsweise bei dieser Wärme viel trinken muss, sonst kann einem der Kopf echt wehtun.
Wir erfuhren von zahlreichen Unfällen, die den Kindern mit dem Kopf so passiert waren: Sie sind  aus dem Bett der Eltern gekracht,  aus dem eigenen, aus Omas Bett. Teilweise überschlugen sich ihre Stimmen, weil alle gleichzeitig reden wollten. Und es auch taten. Herrlich. Die Kinder haben über ihre schönsten Erlebnisse mit Oma und Opa gesprochen, über Schwimmbadbesuche und den DOM und über das gemeinsame Spielen. Auch der Tod wurde thematisiert.  Ana Zoe (5) mit dem wohl schönsten Satz des Tages dazu: „Dann wohnt das Gehirn direkt unter dem Regenbogen!“
Eigentlich hätten wir von unserem Gehirnmodell vier oder fünf haben müssen oder am besten gleich eines für jedes Kind, so rege war das Interesse. Für die Kinder war es ein echtes Highlight das Modell auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen.  Jeder wollte es anfassen, fühlen, puzzeln, es untersuchen, es erkunden.
Es war ein gelungener erster Tag bei den Kleinen Füßen in Barmbek und wir freuen uns schon jetzt auf morgen. (CU)

 

Heute ist der Tag: Was ist bloß mit Opa los?-Pilotprojekt startet

Was wir alles für einen Projekttag brauchen: Gehirn-Kopf-Modell, Anatomie-Atlas, Kreppband, Fotokamera, Malvorlagen und Bilderbücher.

Was wir alles für einen Projekttag brauchen: Gehirn-Kopf-Modell, Anatomie-Atlas, Kreppband, Fotokamera, Malvorlagen und Bilderbücher. Foto: Kuchenbecker

Kleine Kritiker können so schön schonungslos ehrlich sein. Das ist auch der Grund, warum wir unseren Piloten heute in einer Barmbeker Kita starten. Wir sind drei Tage lang zu Gast bei den Kleinen Füßen von der Stiftung Kindergärten Finkenau. Das wird ein Abenteuer. Wir sind schon aufgeregt. Alles was wir brauchen ist zusammengepackt. Bücher, Malvorlagen, Stifte, Kreppband, auch ein tolles Gehirnmodell, ein ganzer Kopf sogar. Heute werden wir knapp zwei Stunden (mit Pausen) mit den Kindern vieles zum Thema Demenz erfahren. Wir werden Nervenzellen malen, das Gehirn auf Herz und Nieren prüfen, auseinander nehmen und wieder zusammen bauen. Ja, sogar ein Bilderbuch werden wir lesen.

Das ist jedoch nur der Anfang unseres dreitägigen Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“. Heute Theorie mit Aktion. Morgen dann wird es noch (!) aufregender. Dann besucht uns Stefanie Liersch von der Hamburgischen Brücke und gemeinsam werden wir Theater spielen. Und sie bringt sogar noch jemanden mit. Wen? Das wird erst morgen verraten.

 

3B Scientific hilft uns aus

Christine Wurst von 3B Scientific stellt Nicole Kuchenbecker (r.) ein Modell für das Projekt "Was ist bloß mit Opa los?" zur Verfügung.

Christine Wurst von 3B Scientific stellt Nicole Kuchenbecker (r.) ein Modell für das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ zur Verfügung. 

Ich war heute an einem ganz besonderen Ort. Zumindest wenn man Medizin studiert (hat), ist dieses Plätzchen wie ein Paradies. Denn hier gibt es alles, von Stan, Max bis zu Leo (alles tolle Skelette in Lebensgröße), Herzen, Verdauungssysteme oder auch einen kompletten Torso. Ich habe heute den Showroom von 3B Scientific besucht. Denn das Hamburger Unternehmen mit Sitz in Lohbrügge hilft uns bei unserem Piloten „Was ist bloß mit Opa los?“. Ich durfte mir etwas abholen, dass wir morgen bei unserem Piloten sehr gut gebrauchen können. Wer errät, was es ist? Christine Wurst von 3B Scientific hat es möglich gemacht, dass wir ein siebenteiliges Modell mit in den Kindergarten nehmen können. Nun können die Kita-Kids sich einen kompletten Kopf mal aus der Nähe ansehen und vor allen Dingen auch auseinander nehmen. Die Modelle sind so robust, da brauchen wir keine Angst zu haben das kleine Kinderhände etwas beschädigen. Und zum erklären und herausfinden sind sie bestens geeignet. Wir danken schon jetzt dem Team von 3B Scientific für die tolle Unterstützung. (nk)

Damit kann man sehr gut arbeiten

Vom Ravensburger Spieleverlag haben wir Buchspenden für unser Projekt "Was ist bloß mit Opa los?" erhalten.

Vom Ravensburger Spieleverlag haben wir Buchspenden für unser Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ erhalten. Foto: Kuchenbecker

Morgen ist es soweit. Dann „testen“ wir an zwölf Kita-Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren in Hamburg Barmbek wie unser Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ ankommt; wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Und da Kinder so eine wunderbar, herrlich frische Art haben und alles so frei von der Leber weg plappern, kann ich mir keine besseren Kritiker für unseren Piloten vorstellen.

Damit das Projekt richtig gut wird, haben wir eine Menge Programm auf die Beine gestellt. Toll ist, dass uns auch der Ravensburger Verlag mit Bücherspenden unterstützt. Denn genau zu unserem Thema „Gefühle“ hat Ravensburger in seiner Serie Wieso? Weshalb? Warum? Junior das passende Buch herausgebracht. Wir werden mit den Kindern über ihre Gefühle sprechen. Angst, Wut, Freude – alles ist erlaubt und vollkommen normal. Doch meist sind wir großen Menschen diejenigen, die ihre Gefühle nur schwer zulassen können. Doch im Umgang mit einem an Demenz erkrankten Menschen geht es eben über Gefühle und über das Fühlen. Wir sind gespannt, was die Kinder uns erzählen und wie viel Spaß sie mit den Büchern haben werden.

Ein herzliches Dankeschön geht daher an den Ravenburger Verlag für die tolle Unterstützung. (nk)

 

Und auch wir stehen auf Symbole

 

 

 

Blume-stengellos-neg

 

Ein Foto? Oder doch eher ein Logo? Was kommt wohl besser an. Lange haben wir uns Gedanken gemacht. Doch wir greifen auf das zurück, was wir haben – unsere Pusteblume. Und was andere können, können wir schon lange.

Ein Griff in die Trickkiste und schon haben wir sie herausgezaubert. Ab sofort wird sie uns, unsere Projektarbeit, begleiten. Die Pusteblume wird das symbolisieren, was wir Kindern, Eltern und nahe Angehörige vermitteln wollen: das Leben ist vergänglich. Wir alle durchlaufen einen Zyklus und wir können diesen nicht aufhalten. Wir können aber das Beste daraus machen und uns, unsere Ideen und Wissen in die Welt hinaus tragen.

Kein Wunder also, dass wir auf Symbole stehen. Und es ist auch nicht verwunderlich, dass wir uns gerade die Pusteblume gewählt haben, die ihre Samen an langen, dünnen Fäden in die Welt hinaustreibt. Sie gibt ihre Pollen weiter. Und genau so machen wir das auch.

Und das erste worauf man unsere Pusteblume für eben im Leben sehen wird, ist natürlich auf dieser Seite und das zweite – auf unseren neuen Visitenkarten.

Soeben online und schon beim Ideenwettbewerb beworben

Bildschirmfoto 2014-02-28 um 11.22.31So macht man das. Alles läuft noch etwas drunter und drüber. Denn wir stecken noch voll in den Vorbereitungen zu unserem gemeinsamen Baby – dem „eben im Leben“ Projekt für Kinder. Unser Ziel ist es, Kinder ab dem Kita-Alter die Krankheit Demenz näher zu bringen und sie für Menschen, die bereits davon betroffen sind, zu sensibilisieren. Unser Projekt ist neu, denn wir wagen etwas, wovor andere sich scheuen: Wir lassen die Kinder mitreden.
Und da wir zu unserem Projekt stehen, haben wir uns soeben für den Ideenpreis der Stadt Hamburg beworben. Jetzt heißt es also ganz feste Daumen drücken.