Gehirn

Wissen, Erfahrung und Gemeinschaft – die drei bunten Kita-Tage mit „Was ist bloß mit Opa los?

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Wie funktioniert unser Gehirn? Wozu benötigen wir es überhaupt? Die Kinder der Kita Schritt für Schritt in Hamburg Langenhorn gehen der Sache auf den Grund. Foto: Kuchenbecker

„Auf Wiedersehen bleib nicht zu lange fort . . . “ – wunderschön, wenn man so nach einem dreitägigen Workshop verabschiedet wird. Dabei galt nicht dem eben im Leben-Team dieser klingende Abschied, sondern den Kindern der Kita Schritt für Schritt als sie vom Seniorenzentrum Röweland aus zurück in ihre Kita aufbrachen. Und das nach nur einer Stunde gemeinsamen Kegeln.

eben im Leben war mit ihrem Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ zu Gast in der Langenhorner Kita Schritt für Schritt. Drei Tage lang sollte sich bei den rund 20 Kindern alles um die Themen Alter, Gehirn, Demenz, Freundschaft und Vertrauen drehen. Was noch am ersten Tag ganz spielerisch begann, sollte am dritten Tag auch so enden. Doch mit vielen Informationen, Eindrücken und einer großen Portion Selbstvertrauen für die Kinder.

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Kinderbuchautorin Beate Böttcher las aus ihrem Buch „Emma hört dir zu!“. Foto: Kuchenbecker

Die Neugierde bei den Kindern war so groß, dass statt zehn Kinder gleich zwanzig Kinder alles über das Gehirn und die Funktionsweise dieses wichtigen Organs erfahren wollten. Dabei wurde das anatomische Kopfmodell, das uns von 3B Scientific zur Verfügung gestellt wurde, genauestens auseinander genommen. In alle Einzelteile zerlegt, gingen die Kinder dem Gehirn auf den Grund, malten ihre Bilder bunt aus, erfuhren so einiges über Kopf, Nerven und Krankheiten. Schließlich geht es bei „Was ist bloß mit Opa los?“ um die Thematik Demenz. Gute 90 Minuten beschäftigten sich die Kinder mit ihrem Kopf, erzählten von ihren Erfahrungen mit dem Vergessen. Dabei stand natürlich das vergessene Spielzeug beim Kita-Spielzeugtag im Vordergrund. Da in der Kita Schritt für Schritt in Hamburg Langenhorn viele Kulturen zusammen treffen, leben die Familien verstreut über die Kontinente. Nicht jedes Kind hat die Nähe und Liebe der Großeltern, kann sich an gemeinsames erinnern.

Doch das machte ihnen nichts – und uns auch nicht. Denn eben im Leben ist flexibel und passt sich mit dem Workshop-Programm auf die Kinder an. Darum standen dann am zweiten Tag auch die Themen Vertrauen, Respekt und die Hilfsbereitschaft im Vordergrund. Und wie sollte es auch anders sein – das Gehirn wurde immer wieder mit eingebunden. Dafür sorgten nicht zuletzt Handpuppe Opa Sterntaler und Autorin Beate Böttcher. Aus „Emma hört dir zu!“ las die Kinderbuch-Autorin einige ihrer Geschichten den  Kindern vor.

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Gemeinsam beim Kegeln: Kita-Kinder und Senioren erlebten gemeinsam eine Menge Spaß und eine schöne Zeit.                     Foto: Kuchenbecker

 

Jetzt galt es die Theorie, die Geschichten mit der Wirklichkeit zu verknüpfen – darum ging es am dritten Tag in das Seniorenzentrum Röweland. Hier erwartete die Kinder und Senioren gleichermaßen ein Tag voller Aktivität – für’s Gehirn, die Beine und das Wohlbefinden. Anfänglich von Skepsis und Vorsicht geprägt, „tauten“ die Kinder nach kurzer Zeit auf, um sich aktiv in den Sport-Vormittag der Senioren einzubringen. Kegeln stand auf dem Programm. Gemeinsam, abwechselnd ließen Senioren und Kinder die Kugel rollen. Dabei wurde sich gegenseitig angefeuert oder in tosenden Beifall ausgebrochen, wenn ein Pin kippte. Je mehr Pins fielen, desto lauter wurde es. Schließlich wuselten alle durcheinander. Lebendigkeit hielt Einzug; laute Lebendigkeit.

Mit einem Lied verabschiedeten sich die Senioren von ihren jungen Besuchern. Ein Lächeln auf den Lippen; ein Strahlen in den Augen.

Drei Tage voller Leben, Leichtigkeit und mit viel Wissen. Wissen darum, dass 20 Kinder etwas über das Miteinander gelernt haben. Etwas über den Umgang mit älteren Menschen, mit Krankheit und die Wichtigkeit ihres Gehirns erfahren haben. Das macht Hunger auf mehr – viele weitere „Was ist bloß mit Opa los?“-Workshops.

Ein herzliches Dankeschön für die Realisierung geht an den Käsespezi Thomas Gerstenberg sowie an den RWE-Energietopf. Aufgrund der finanziellen Zuwendung war die kostenlose Durchführung in der Kita Schritt für Schritt möglich. (nk)

„Dann wohnt das Gehirn direkt unter dem Regenbogen“ – gelungener Start von „Was ist bloß mit Opa los?“

Ein gelungener erster Tag: Die Kinder waren neugierig auf das Gehinmodell. Foto: Kuchenbecker

Ein gelungener erster Tag: Die Kinder waren neugierig auf das Gehinmodell. Foto: Kuchenbecker

Was für ein toller Tag. So voller Aufregung, Anspannung und Entspannung. Ein Tag, der hätte nicht besser sein können. Denn die Kinder bei unserem Pilotprojekt waren einfach umwerfend.

Statt angemeldeten zehn Kindern für unser Projekt „Was ist bloß mit Opa los? „wollten plötzlich 17 (!) Kinder unbedingt mitmachen. Wie schön, wenn man auf alles vorbereitet ist und genug Gehirne zum Ausmalen dabei hat. Ja, ein Gehirn auszumalen, kann zur echten Kunst werden. Und so wurde die Malvorlage liebevoll mit Herzchen und Blüten, Lufballons und Girlanden verziert. Eifrig wurden Buntstifte getauscht, damit alles in den schönsten Farben leuchten konnte. Der Einstieg in unser Projekt war gelungen. Und die Kinder waren wissbegierig und so gar nicht ahnungslos. Sie wussten viel, dass man beispielsweise bei dieser Wärme viel trinken muss, sonst kann einem der Kopf echt wehtun.
Wir erfuhren von zahlreichen Unfällen, die den Kindern mit dem Kopf so passiert waren: Sie sind  aus dem Bett der Eltern gekracht,  aus dem eigenen, aus Omas Bett. Teilweise überschlugen sich ihre Stimmen, weil alle gleichzeitig reden wollten. Und es auch taten. Herrlich. Die Kinder haben über ihre schönsten Erlebnisse mit Oma und Opa gesprochen, über Schwimmbadbesuche und den DOM und über das gemeinsame Spielen. Auch der Tod wurde thematisiert.  Ana Zoe (5) mit dem wohl schönsten Satz des Tages dazu: „Dann wohnt das Gehirn direkt unter dem Regenbogen!“
Eigentlich hätten wir von unserem Gehirnmodell vier oder fünf haben müssen oder am besten gleich eines für jedes Kind, so rege war das Interesse. Für die Kinder war es ein echtes Highlight das Modell auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen.  Jeder wollte es anfassen, fühlen, puzzeln, es untersuchen, es erkunden.
Es war ein gelungener erster Tag bei den Kleinen Füßen in Barmbek und wir freuen uns schon jetzt auf morgen. (CU)