eben im Leben

Verständnis füreinander fängt schon heute an

Herzlich willkommen auf den Internetseiten des Vereins eben im Leben e.V.

Können Sie sich vorstellen wie es ist, wenn man die einfachsten Dinge vergisst? Seinen Schlüssel beispielsweise nicht mehr findet? Vielleicht ja.

Aber können Sie sich vorstellen, wie schlimm es ist, seine Lieben zu vergessen? Seinen Partner, die eigenen Kinder oder auch Enkelkinder? Nicht mehr zu wissen, wer diese Menschen, die einem eigentlich so nahe stehen, eigentlich sind. Wieviel Zeit man mit ihnen verbracht hat? Und wie schlimm muss es wohl erst für die Kinder sein, die von den eigenen Großeltern nicht mehr erkannt werden – und nicht wissen warum?

Mit dieser Thematik beschäftigt sich der Verein im Rahmen des Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“. Denn hier dreht sich alles um das Thema Demenz und wie gehe ich mit dieser Diagnose in der Familie um. Dabei legt eben im Leben den Schwerpunkt auf die Aufklärung und Begleitung von Kindern und deren Eltern.

„Was ist bloß mit Opa los?“ – bietet Kindern ab einem Alter von vier Jahren einen Workshop an. Dazu gehen wir in Kindergärten und informieren spielerisch zur Krankheit, dem Verlauf und einem möglichen Umgang. Materialien wie ein Gehirnpuzzle, Knete oder auch Bilderbücher helfen uns, die Kinder zu stärken und sie für einen ersten Umgang mit der Krankheit zu rüsten.

Ausführliche Informationen zu dem Projekt finden Sie auch hier in unserem ebenimLeben-Flyer.

Kita-Workshops, Aktivoli-Messe und Großveranstaltung – ein Ausblick auf 2015

Kleeblatt-6Ein Jahreswechsel bringt immer neue Hoffnungen, gute Vorsätze und Wünsche mit sich. Was haben Sie sich für das neue Jahr vorgenommen? Obwohl das Jahr bereits einige Tage alt ist, stellen wir uns vom eben im Leben-Team gerne noch diese Frage. Und die Antwort darauf ist einfach –  viel!

Der Terminkalender des eben im Leben-Teams füllt sich: Die Aktivoli-Börse im Februar, ein Flohmarkt im Mai und ein großes Fest für Kinder und Senioren gemeinsam mit anderen Vereinen im September. Dazwischen viele bunte „Was ist bloß mit Opa los?“-Workshops mit Kindern, die Organisation einer Fotoausstellung, die Ende 2015 auf den Weg gebracht werden soll. Dann sind da noch die einen und anderen Anträge, die geschrieben werden wollen.

Auch die öffentliche Darstellung wird 2015 etwas abgewandelt – denn wir möchten noch persönlicher werden. Dafür wird es neue Infobroschüren geben und wir werden uns noch präsenter den Hamburger Kitas zeigen. Außerdem stehen Kooperationen mit anderen Verbänden sowie die Mitgliederwerbung in eigener Sache an.

Für einen jungen Verein ist das ziemlich viel. Aber wer nicht wagt, der nichts erreicht. Und wenn man einen Rückblick auf unsere ersten sechs Monate wagt, dann kann man schon ein wenig stolz sein. Immerhin dürfen wir auf zwei große Veranstaltungen im Rahmen der Hamburger Demenzwoche im September 2014 blicken. Dann war da noch der Online-Voting-Wettbewerb von RWE, bei dem wir Dank einer tollen Community den 15. Platz gemacht und somit ein Preisgeld erhalten haben haben. Auch vergessen wir unsere 600 Facebook-Freunde nicht, die sich innerhalb von sechs Monaten gefunden haben. Toll ist auch, wie das Blog hier angenommen wird. Klar, 34 Beiträge innerhalb eines Jahres ist nicht die Welt, aber 6700 Besucher von Mai bis Dezember schon. Wir glauben auch, dass Bilder mehr als Worte sagen und mit insgesamt 195 Fotos sind wir schon ganz gut im Rennen. Doch in diesem Jahr wollen wir mehr: Mehr Fotos, mehr Besucher und auch auch mehr tolle Tage. Immerhin besuchten uns im vergangenen Jahr an unserem besten Tag 176 Besucher innerhalb von 24 Stunden.

Ob wir diese Marken wirklich knacken werden, ist nicht wichtig. Es kommt 2015 darauf an, dass wir MACHEN statt Planen, dass wir vielen Kindern Wege aufzeigen, mit einer Demenzerkrankung in der Familie gut und selbstsicher umzugehen. Dass wir Ansprechpartner für sie sind, aber auch für Eltern und Kindertageseinrichtungen. Kurz gesagt: Dass wir einfach einen guten Job machen. (nk)

Sollte nicht jeder Tag ein Oma-Tag sein?

Wir lieben Omas und Opas und danken ihnen für ihre Hilfe und Zeit, die sie mit uns gemeinsam verbringen. Foto: Kuchenbecker

Wir lieben Omas und Opas und danken ihnen für ihre Hilfe und Zeit, die sie mit uns gemeinsam verbringen. Foto: Kuchenbecker

Brauchen wir wirklich ein festes Datum, um den Großeltern einmal „Danke“ zu sagen? Ja, wahrscheinlich. Warum sonst gibt es neuerdings immer am zweiten Oktober-Sonntag den Oma-Tag?

Für alle Skeptiker: Ja, es gibt ihn wirklich. In einer Pressemitteilung informierte man uns über den Oma-Tag. Einen Tag, an dem man sich bei Oma bedanken darf. Wen wundert es, dass die Pressemitteilung von einem Blumenhändler stammte? Das weckte aber trotzdem unsere Neugier, denn ehrlich, von so einem Tag hatten wir bis dato auch noch nichts gehört.

Aber es gibt ihn durchaus und er ist – wie einige Kritiker vermuten könnten – keine Erfindung eines Blumenhändlers um das eigene Geschäft anzukurbeln. Es ist vielmehr eine amerikanische Erfindung, die bereits aus dem Jahre 1973 stammt. Denn in den USA rief Marian McQuade den „Grandparents Day“ ins Leben. Sie wollte erreichen, dass Senioren in Heimen öfter von ihren Kindern und Enkelkindern besucht werden. Was in West Virginia begann endete 1978 im Weißen Haus, als man Marian McQuade einen Nationalfeiertag für ihr Engagement schenkte.

Doch der Gerechtigkeit halber sollte der Tag auch bei uns lieber „Großeltern“-Tag heißen, denn so wie Omas setzen sich auch Opas für das Wohl der Kinder und Enkel ein. Sie unterstützen Familien, passen auf die Kinder auf und sind eine wertvolle, bereichernde Stütze, wenn es um Erfahrungen geht. Auch, wenn früher vieles anders war, eines bleibt bei jedem Zeitwandel gleich – die Liebe für die Familie. Und genau darum sollte es gehen. Nicht nur an einem bestimmten Tag im Jahr, sondern täglich.

Für uns ist jeder Tag ein Oma- und Opa-Tag. Denn wir plädieren für ein respektvolles Miteinander, mit Geduld und einer großen Portion Liebe.

Und auch wenn es noch ein bisschen befremdlich und neu ist, werden auch wir in diesem Jahr beim Oma-Tag mitmachen und Oma mal mit etwas Schokolade für ihre Hilfseinsätze danken. Und dann darf Opa natürlich auch mitnaschen . . .

„Was ist bloß mit Opa los?“ -Charity: Der Tag, an dem Jan die Ilse traf

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Bei der Charity „Was ist bloß mit Opa los?“: Schauspieler Jan Leyk schenkt Ilse ein gebasteltes Herz. Foto: Kuchenbecker

Es war ein wundervoller Nachmittag für Ilse. Die Hamburger Seniorin, die auch das Titel-Model für unseren Aufsteller mimt, war bei unserer Auftakt-Veranstaltung zur Demenzwoche Hamburg, unser Gast. Und sie war wunderbar. So, wie wir sie kennen: fröhlich, offen und herzlich. Es war ein ganz besonderer Moment für Schauspieler und DJ Jan Leyk als er unsere Ilse traf. Sofort hatten sich die zwei gefunden: Beim gemeinsamen Basteln, beim eigenen Selfie-Shooting. Und auch die zahlreichen Pressefotografen stürzten sich förmlich auf die alte Dame, die immer so liebevoll lächelt.

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Das „Leben mit Demenz in Hamburg“ kann auch so aussehen: Roberto singt, die Senioren tanzen und die Kinder schauen neugierig zu. Foto: Kuchenbecker

Ilse war so stolz, als sie ihr Abbild auf unseren Plakaten sah. Diese Freude in ihren Augen, trieb mir das Wasser ebenfalls dahin. Und als sie dann tanzte und Roberto Blanco dazu sang, blieb für mich eine Sekunde lang die Welt stehen. Auch unsere jungen Gäste mischten unter die tanzenden Senioren und machten mit.

Für dieses Bild hat sich die monatelange Schufterei gelohnt. Denn es ist wirklich anstrengend eine Auftaktveranstaltung für einen kleinen Verein in Kombination mit einer Charity und dann im Rahmen einer Aktionswoche zu organisieren. Dabei hat uns Borris Brandt als Moderator und auch das Team vom Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten super unterstützt. Wir haben es geschafft. Und auch erfolgreich: Große Medienberichte in der Mopo und in der Bild waren der Anfang. Weitere folgen. Und endlich ist sie da, die dringend gebrauchte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit mit Kindern und Senioren bei einer Bastelstunde.

Diesen Erfolg verdanken wir natürlich auch unseren VIP-Gästen. Model Hannah Bellmann, die sich sehr für den Verein eben im Leben einsetzt; Jan Leyk, der gleich mal seiner Fangemeinde auf Facebook von Ilse berichtete oder auch Anna Christiana Hofbauer, die Bachelorette, die so süß mit den Kindern bastelte und sich immer und immer und immer und immer wieder mit ihnen fotografieren lies. Der kleine Lennart (4) wusste gar nicht so recht wie ihm geschah, als Boxer Ismail Özen im seine Boxhandschuhe um den Hals hängte und signierte. Alles für den guten Zweck. Unsere prominenten Gäste brachten jeder ein Stück mit, das wir in dieser Woche auf Ebay-Charity zugunsten des Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“ versteigern.  Denn jetzt  geht es ans Spenden sammeln.

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Hannah Bellmann stiftet einen Kindergeburtstag mit Schminken und Fotoshooting. Foto: Kuchenbecker

Den Anfang machte dabei Hannah Bellmann, die einen ganz besonderen Kindergeburtstag stiftete: Mit ihr gemeinsam können bis acht Kinder feiern, sich schminken lassen und das Geburtstagskind macht sogar mit dem Model ein gemeinsames Foto. Roberto Blanco signierte eine Marionette, passend zu seinem Song „Der Puppenspieler von Mexiko“; Jan Leyk signierte einen TobyRich-Flieger und Anna Christiana Hofbauer lädt zum Meet & Greet zu ihrer Evita-Musical-Premiere nach Oldenburg ein. Und natürlich kommen auch die Boxhandschuhe von Ismail Özen unter den Hammer. Auch unsere Sponsoren schließen sich an: Marcel Uhlemann von der Filibox stiftet drei 3-Monats-Abos Bastelspaß mit der Filibox.

Als ich mich von Ilse verabschiedete, durfte ich sie umarmen und mich für einen ungewöhnlichen, unglaublichen Nachmittag mit ihr bedanken. Ich gab ihr noch unser Plakat mit ihrem Konterfei mit auf den Weg. Sie war so glücklich. Und ich auch. „Das Bild bekommt einen guten Platz“, sagt sie – in der Tagespflege Alter und Pflege in Barmbek-Nord, dem „zweiten“ Zuhause von Ilse.

„Opa auf Reisen“ kehrt ins „Haus der Traditionen“ ein

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Kaffeekränzchen – einfach wunderbar. Foto: Kuchenbecker

 

Mit der Kindheit ist es so eine Sache, Dinge die uns dort prägen, vergessen wir ein Leben lang nicht mehr.

Ich rühre einen Kuchenteig zum Beispiel nie links herum, weil meine Omi immer sagte, dann geht der Kuchen nicht auf…

Nicht anders verhält es sich auch heute mit Entscheidungen die man treffen muss, wir sind geprägt aus Kindertagen…
Als es darum ging eine Location für die Präsentation unseres Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“ auf der diesjährigen Demenzwoche in Hamburg zu finden, gab es nur eine Wahl: das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten.
Warum? Nun, da müssen wir ganz weit zurück gehen.

Mitte der 1970 er Jahre war es bei der älteren Generation, sprich bei Oma und Opa, sehr angesagt, Kaffeekränzchen abzuhalten. Entweder zu Hause oder in einem schicken Hotel. Zu Hause gab es dann immer leckere Naschereien und Salzgebäck. Nie wieder schmeckte mir das Salzgebäck so gut wie damals, als man die Reste der Gäste von den Tellern stibitzen durfte. Man bekam von Onkel Esie immer eine Mark oder eine Tafel Schokolade, also wirklich immer. Ich freute mich jedesmal darauf.
Ja, und manchmal fand das Kaffeekränzchen auch im Vier Jahreszeiten statt. Wenn ich vorher mindestens zweimal die Fransen von Omas Teppichen mit dem Fransenbesen perfekt gebürstet hatte, durfte ich mit dorthin.
Ich sagte dann immer, heute gehe ich zu Königen, weil mir das Hotel vor kam, wie ein Königshaus. Tatsächlich erinnert heute und auch damals alles an ein Königshaus. Und natürlich haben in den letzten Jahrzehnten dort zahlreiche Repräsentanten der Königshäuser ihren Aufenthalt genossen.

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt...

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt. Foto: Kuchenbecker

Wenn ich mit meiner Oma in diesem Hotel ankam, tauchte ich ab in meine eigene kleine Kinderwelt. Ich stellte mir vor, ich wäre die Tochter eines reichen Scheichs aus Persien und meine Oma wäre meine Gouvernante. In der Wohnhalle angekommen, begrüßte uns meist ein sehr stattlicher Mann in einem feinen Anzug, er trug das Haar so perfekt, wie ich es in den 70 er Jahren selten gesehen habe. Das tollste aber war, dass er immer einen grün-gelben Bonbon aus seiner Tasche zauberte, der innen mit Brausepulver gefüllt war. Köstlich. Später servierte mir Herbert, so nannte ich ihn, dann den Kakao aus kleinen Kindertassen mit goldenen Rand. Und während ich so in der großen Wohnhalle saß, plätscherten die Gespräche meiner Oma mit ihren Freundinnen an mir vorbei. Ich schaute auf die glänzenden Marmorböden, die vielen Ölgemälde und herschaftlichen Stuckdecken. Im Kamin prasselte das Feuer und ich bekam immer neue Kekse von Herbert gereicht.

Ich schaute auf die Binnenalster und als langsam die Lichter dieser so wunderbaren Stadt anfingen zu leuchten, wurde es Zeit zu gehen. Es waren herrliche und unbeschwerte Stunden in diesem Hotel, das einst 1897 von Friedrich Haerlin ersteigert wurde. Er erschuf über die vielen Jahre aus einem damals sehr schmalen Bau ein Haus, welches heute herrschaftlich über dem Ufer der westlichen Binnenalster thront. Und genau dieser Friedrich Haerlin sagte einst zu seiner Frau: „Es ist alles wie bei uns zu Hause. Wenn wir Gäste einladen, dann ist alles schön sauber, der Tisch ist gedeckt, es ist gut und ausreichend gekocht und wir haben uns adrett angezogen, freuen uns auf unsere Gäste. Nichts anderes machen wir im Hotel, nur dass alles ein bisschen größer ist.“
Und weil sich der heutige Geschäftsführende Direktor des Hauses, Ingo C. Peters und alle Mitarbeiter dieser Tradition bewusst sind und sie jeden Tag mit Leidenschaft und Hingabe ebenso weiterführen, bin ich immer noch unglaublich gerne im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten. Als meine Kollegin Nicole Kuchenbecker und ich vor einigen Jahren als Redakteurinnen in der gleichen Redaktion für Jörg Pilawa gearbeitet haben, sind wir nach Feierabend oder am Wochenende gerne in dieses Hotel gegangen. Unser Highlight war und ist noch immer, die 5 Uhr-Tee-Zeremonie in der stattlichen Wohnhalle. Nicole erinnert das immer an ihr Zuhause in England, wo der Five o’Clock Tea Tradition hat. An der Alster werden Gebäck, Sandwisches mit Lachs, Ei und Gurke, Eclairs, Mille feuilles und Obstkuchen frisch und so köstlich zubereitet, dass mir jetzt schon wieder das Wasser im Munde zusammenläuft.

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, wie viel Spaß man in diesem Hotel haben kann und welche wunderbaren Erlebnisse Kinder mitnehmen, haben wir ein kleines Fotoshooting veranstaltet. Wir nennen es „Opa auf Reisen“ und wünschen jetzt viel Spaß beim Träumen und planen der nächsten Reise. Und vielleicht ja auch ins Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten nach Hamburg.

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß!

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß! Foto: Kuchenbecker

Mehr Impressionen in unserer Bildergalerie. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Tom Tailor ( Kleidung der Kinder) und bei Samonite ( Koffer) für die Unterstützung bei der Realisierung des Projektes „Opa auf Reisen“.

Model Hannah Bellmann: Demenz ist eine Krankheit, die einen auffrisst

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Model Hannah Bellmann engagiert sich für eben im Leben.

 

Prominente Gäste unterstützen das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ bei unserem Charity-Event Mitte September 2014.  Auch Model Hannah Bellmann ist dabei und hat uns im Vorwege bereits ein tolles Interview gegeben. Denn diese wunderschöne und lebensfrohe Frau hat so einiges zum Thema Demenz zu sagen.

 

eben im Leben: Hast du eigene Erfahrungen mit der Krankheit Demenz im Familien oder Freundeskreis gemacht?

Hannah Bellmann: Ja, leider habe ich das. Meine Oma erkrankte mit Mitte 80 und geistige Verfall ging Hand in Hand mit dem Körperlichen. Die Krankheit frisst einen auf. Der Mensch, der nicht mehr reflektieren kann, stirbt Stück für Stück.
Rene Descartes prägte nicht umsonst: Ich denke, also bin ich.

 

eben im Leben: Warum unterstützt du unser Projekt: Was ist bloß mit Opa los?

Hannah Bellmann: Ich finde es gut, dass man sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, darauf aufmerksam macht und die jüngere Generation im frühen Alter damit konfrontiert. Je eher man die Thematik versteht, desto verständnisvoller kann man damit umgehen. Es ist wichtig, dass dieses Krankheitsbild beleuchtet wird, da die Gesellschaft zunehmend älter wird und diese immer häufiger in Erscheinung tritt. Das Umgehen mit Erkrankten zu erlernen, nicht selber daran zu zerbrechen und die letzten Jahre des Menschen so gut es geht zu begleiten, ist wichtig und wortwörtlich kein Kinderspiel. Wenn ich einen Beitrag leisten kann, mache ich dies natürlich.

 

eben im Leben: Was könnte man tun, um die Betreuung von demenzkranken Menschen zu verbessern?

Hannah Bellmann: Einfach die Krankheit verstehen und akzeptieren- dem Betroffenen Verständnis zeigen. Außerdem muss für bestimmte Einrichtungen gesorgt werden, in denen Patienten betreut werden können. Als Verwandter schafft man dieses kaum, weil es im Endeffekt nicht nur ums Vergessen geht, sondern auch um einen starken körperlichen Verfall, der nur mit professioneller Hilfe zu Händeln ist.

 

eben im Leben: Welche schönen Erlebnisse hattest du mit deinen Großeltern?

Hannah Bellmann: Mit meinen Großeltern hatte ich viele schöne Erlebnisse. Ich rede jetzt gar nicht von Zoo oder Spielplatz.
Vielmehr Schlüsselerlebnisse, die einmalig waren: Ich saß einmal mit meiner Oma, ich war wohl vier, bei McDonalds- ja da ist sie mit mir hingegangen- und nach fünf Minuten am Platz sitzen (ich dachte sie wollte erstmal kurz einfach ruhen) sagt sie: „Hannah, unmöglicher Service heutzutage. Wann kommt denn jetzt der Kellner?“ Da habe ich ihr dann entgegnet: „Oma, du musst das vorne holen- selfservice.“ Sie kam mit einem großen Tablett wieder- und genau den richtigen Sachen. Dann habe ich da mit ihr Burger & Fries gegessen. Danach sagte sie zu mir, dass sie jetzt erstmal ihren Freundinnen Bescheid geben würde- hier würde sie mit Ihnen auch nochmal hingehen. Das fand ich irgendwie cool.

Genetisch gesehen sind wir Oma und Opa ähnlicher als unseren Eltern, da der Gencode gerne eine Generation überspringt.

Wenn ich eine Sache in meinen Genen haben möchte, ist es das Aktivitätsgen, welches sie hatte: Bis 85 gerudert, Sport getrieben und immer auf Achsen. Wunderschön, charmant und liebenswürdig. Leider trotzdem ihr leben lang leicht depressiv. Ob das mit der Grund für den Ausbruch ihrer Krankheit war? Irgendwie war sie Marilyn Monroe für mich.

 

eben im Leben: Liebe Hannah, danke für das Interview.

Schauspielerin Yvonne Catterfeld über Demenz, die eigenen Großeltern und den Lebenszyklus

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Es gibt Dinge, die schließt man in sein Herz. Die Künstlerin Yvonne Catterfeld spricht im eben im Leben-Interview über Ausflüge mit ihren Großeltern, über die Wichtigkeit schon Kinder mit dem Thema Demenz vertraut zu machen und ihrem Wunsch nach mehr Beachtung und Respekt für Kinder und ältere Menschen.

 

eben im Leben: Was gefällt Ihnen an unserem eben im Leben-Projekt „Was ist bloß mit Opa los“?

Yvonne Catterfeld: Man  spürt die Zeit und Leidenschaft, die Arbeit, die man sich genommen hat, das Projekt ins Leben zu rufen und den Motor dahinter. Die Homepage ist sehr liebevoll gestaltet und ich fand es interessant, mich damit zu befassen. Der Name des Projektes lässt sofort erahnen, worum es geht.  Demenz kann jeden von uns und in unserer Familie treffen und unsere Kinder mit dieser Frage  in Verzweiflung stürzen. Sie brauchen eine Antwort darauf, in ihrer Sprache, um Verständnis dafür zu entwickeln und vielleicht auch die Gewissheit, dass es Dinge gibt, die sich nicht ändern lassen, die man so akzeptieren muss wie sie sind. Dafür brauchen sie Hilfe und einen Gesprächspartner.

 

eben im Leben: Warum ist es wichtig bereits Kinder über Demenz aufzuklären?

Yvonne Catterfeld: Demenz ist etwas, was wir leider noch nicht verhindern können,  aber man kann vielleicht lernen, damit  besser umzugehen, indem man sich frühzeitig damit auseinander setzt. Besonders für Kinder scheint es schwer verständlich, wenn sich ein ihnen nahe stehender Mensch plötzlich derartig verändert, dass er wie ein Fremder wirkt und noch schlimmer, man selbst dem eigenen Opa oder der Oma fremd wird. Kinder frühzeitig darüber aufzuklären, in welchem Stadium sich Angehörige befinden und vor allem wie man mit diesen geliebten Menschen nun umgehen kann, ist sicher eine Form der Hilfe und des Verständnisses. Denn aufhalten kann man diese Krankheit nicht, nur lernen, mit ihr zu leben, zu wachsen und umzugehen. Keiner ist davor geschützt. Wir alle sammeln Erinnerungen, bereichern unser Leben mit Erinnerungen. Unverständlich dass im letzten Ende unseres Lebens vielleicht keine davon mehr existieren. Mich erinnert dies immer daran, jeden Moment des Lebens wahrzunehmen und zu genießen. Vielleicht ist ein schöner Ansatz, Kinder die davon bettoffen sind im Familienkreis, in ihrer Natur zu unterstützen, nämlich im JETZT zu leben. Denn das können Kinder wunderbar, während wir  Erwachsenen vielleicht über Bücher dahin zurückfinden wollen, was uns die Natur mitgegeben hat. Wenn jemand in der Familie mit Demenz betroffen ist, ist es bestimmt hilfreich, sich dem Moment bewusst zu werden, denn der Demenzkranke lebt mehr oder weniger meist auch nur noch im Jetzt.

 

eben im Leben: Wenn Sie an ihre Kindheit denken, an welches Erlebnis mit ihren Großeltern erinnern Sie sich am liebsten?

Yvonne Catterfeld: Ich erinnere mich am meisten an die Ausflüge in den Garten vor dem Haus wie auch einen etwas entfernter gelegenen Garten, zu dem wir immer mit den Rädern fuhren. Die Verbundenheit der Natur, die meine Großeltern immer noch haben. Meine Großeltern könnten sich locker mit ihren Schätzen aus ihrem Garten selbst verpflegen, sie  züchten aus Kompost wieder Neues. Diese Liebe zur Natur hat mich immer als Kind fasziniert und mitgerissen, zu wissen, woher das kommt, was wir heute für selbstverständlich nehmen, den Kreislauf der Natur anzuerkennen.

 

eben im Leben: Für unsere Kinder und alte Menschen in diesem Land wünsche ich mir . . .

Yvonne Catterfeld: Beachtung und Respekt. Spätestens wenn man ein eigenes Kind hat, ist der Kreislauf des Lebens auf einmal klar vor einem: Babys werden zu Kindern, Kinder werden zu Erwachsenen, alle werden alt, ältere Menschen verhalten sich irgendwann vielleicht wieder wie kleine Kinder und kehren an den Anfang ihres Lebens zurück.  Egal ob Professor oder Handwerker, das Gelernte wird oft wieder verlernt. Mir macht das manchmal Angst, aber sich der Sterblichkeit und der Endlichkeit des Lebens bewusst zu werden, hilft oft, das Leben intensiver und als Geschenk wahrzunehmen. Wir alle werden alt und wir alle werden irgendwann sterben. Diese Tatsache ist hart, so einfach sie klingt und sie macht vielen Menschen Angst. Wenn wir uns bewusst sind, dass wir alle alt werden, werden wir alte Menschen mehr respektieren.

Natürlich möchte man sich gerne an das erinnern, was man mit den Großeltern erlebt hat und diese Erinnerungen sollte man bewahren, aber Kinder können vielleicht eher lernen als wir, mit dieser Situation, die JETZT ist, umzugehn, vielleicht mit Phantasie und Empathie , zu verstehen, was in Opa oder Oma gerade in diesem Augenblick vorgeht, was er oder sie gerade wahrnimmt sie, um sich ihnen noch nahe zu fühlen und darauf reagieren zu können, statt unverständlich und passiv dem zusehen zu müssen.

Aber ich habe leicht reden, auch ich könnte nur sehr schwer damit umgehen und habe Angst, jemand in meiner Familie könnte eines Tages davon betroffen sein.

 

eben im Leben: Liebe Frau Catterfeld, wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

Lassen Sie uns doch mal ins Gespräch kommen . . .

Nur wer miteinander spricht, versteht einander. Foto: Kuchenbecker

Nur wer miteinander spricht, versteht einander. Foto: Kuchenbecker

Momentan ist viel los. Zu viel, um es allein zu schaffen. Darum braucht jeder gute Verein auch Mitglieder, die bei der Realisierung von Projekten helfen. eben im Leben geht es genauso. Auch wir suchen Mitstreiter, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.

Sind Sie vielleicht ein Zeitspender? In Hamburg engagieren sich etwa 450 000 ehrenamtliche Helfer in den verschiedensten Bereichen. Und auch bei uns sind gerade noch drei Plätze akut frei. Denn für unsere Veranstaltungen und am 19. September auf dem Langenhorner Marktplatz in Hamburg brauchen wir noch den einen oder anderen, der ganz praktisch mit anpackt, der mit uns spielt, für Ordnung sorgt und schaut, dass alles so läuft wie es in unserem großen Ablaufplan geschrieben steht.

Aber wir suchen auch Menschen, die uns einfach bei unserer Arbeit Nahe stehen. Uns unterstützen indem sie anderen Menschen von unserem Projekt erzählen, uns empfehlen und so unsere Botschaft in die Welt hinaus tragen. Denn uns sind starke Kinder wichtig, die gelernt haben, dass es Krankheiten gibt, das liebe Menschen wie Oma und Opa davon betroffen sein können. Die aber auch wissen, dass sie nicht alleine sind, die wissen, dass man sich immer irgendwo Hilfe holen kann. Dafür stehen wir.

Unsere Arbeit nimmt Fahrt auf. Nachdem die gesamte Bürokratie erledigt ist, geht es nun ganz gezielt an die Finanzierung des Projektes. Auch hier sind Unterstützer gefragt. Die ersten helfenden Unternehmen haben sich bereits gefunden. Und es werden mehr. Die Gespräche laufen, die ersten Anträge sind gestellt. Auch mit Stiftungen, der Stadt, dem Bundesministerium oder Banken sind wir im Gespräch.

Wir sind zuversichtlich, dass wir in sehr kurzer Zeit mit dem Kinderpräventionsprojekt „Was ist bloß mit Opa los?“ im Hamburger Norden starten können. Aber nicht nur hier: Es gibt bereits Anfragen von Organisationen aus anderen Bundesländern, die unser Projekt gerne adaptieren möchten.

Es geht also voran, doch ohne Hilfe von anderen geht es nur langsam. Wer sich daher engagieren möchte, nimmt einfach per E-Mail an nicole.kuchenbecker(at)ebenimleben(dot)de Kontakt mit uns auf. Lassen Sie uns doch ins Gespräch kommen und sehen was draus wird.

Was meinen Sie?

Der Demenz mit (Aus)Gelassenheit begegnen

Wir sind mächtig ins Schwitzen geraten, denn eine anstrengende Woche liegt hinter uns. Hohe Außentemperaturen sorgen für innere Aufgeheiztheit – und unsere Stimmung erlebt derzeit auch ein richtiges Hoch. Denn wir haben ihn, unseren ersten VIP für das Charity-Event am 15. September im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten zugunsten unseres Vereines und Projektes. Niemand anderes als Roberto Blanco hat sich bereit erklärt, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen.

Roberto Blanco

Unterstützt das „Was ist bloß mit Opa los?“-Projekt von eben im Leben e.V. im Hamburger Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten: Roberto Blanco.

Das ist großartig und motiviert uns, noch mehr Energie in unsere zwei Veranstaltungen, die während der Demenzwoche in Hamburg laufen werden, hineinzustecken. Es ist aber auch ein nicht zu unterschätzender Kraftakt: Wir sind zwei Frauen, die Kinder, die einen Beruf haben. Die Tag und Nacht E-Mails schreiben; das Projekt jedem vorstellen, der nur irgendwie bei der Realisierung weiterhelfen könnte.

So konnten wir Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, für die Eröffnung unserer Veranstaltung am Freitag, 19. September, 10 bis 12 Uhr auf dem Langenhorner Marktplatz gewinnen. Hier werden wir  unter dem Motto „Was ist bloß mit Opa los? – wir spielen“ gemeinsam mit Kindern und älteren Menschen spielen. Die Einladungen an die Kindergärten und Senioreneinrichtungen sind geschrieben und gehen in der zweiten Augustwoche raus. Auch die Plakate für die Veranstaltung sind in der Vorbereitung.

Jetzt werden helfende Hände, Spender und Sponsoren gesucht, damit die Events erfolgreich werden.

Doch was ist schon Erfolg? Für uns bedeutet das, dass wir dem angstschürenden Thema Demenz mit einer Art generationsübergreifender Leichtigkeit begegnen. Roberto Blanco wird gemeinsam mit den Gästen im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten singen; in Langenhorn werden wir spielen, basteln und gemeinsam lesen. Alles Dinge, die weder mit Angst noch mit Unsicherheiten verknüpft sind. Und genau das ist uns wichtig. Denn trockene, aufklärende Veranstaltungen zu dem Thema gibt es viele. Aber wo bleibt die generationsübergreifende (Aus)Gelassenheit?

Wir fiebern also einem aufregenden Tag mit Roberto Blanco entgegen, an dem bestimmt nicht nur die Senioren leuchtende Augen bekommen, weil „Der Puppenspieler von Mexico“ erklingt…

Ich weiß schon jetzt, dass sich unsere Gäste wohl fühlen und wir uns in ein paar Stunden der Gelassenheit „flüchten“ werden. Und wenn wir das eine oder andere dabei vergessen, ist das gut. Sehr gut sogar. (nk)

Heute neu in der Bücherecke und im Buchhandel – Als Opapi das Denken vergaß

Ein tolles Buch, eine Abkühlung: Das Probelesen von "Utischa Marmon, Als Opapi das Denken vergaß" hat einfach nur Spaß gemacht. Foto: Unruh

Ein tolles Buch, eine Abkühlung: Das Probelesen von „Uticha Marmon, Als Opapi das Denken vergaß“ hat einfach nur Spaß gemacht. Foto: Unruh

Bei diesen heißen Temperaturen sind eine Abkühlung und eine spannende Lektüre genau das Richtige. Und was eignet sich besser als das neue Buch von Utischa Marmon „Als Opapi das Denken vergaß“. Es erscheint heute im Buchhandel und wir durften es vorab schon einmal Probelesen. Und was sollen wir sagen? Wir sind einfach nur begeistert.

Wer wissen will, warum dieses Buch für Kinder ab acht Jahren so toll ist, schaut einfach in unserer Bücherecke vorbei. Denn da hat Claudia Unruh das Buch rezensiert. Ein kurzer Auszug daraus:

„Es kann eigentlich kein Zufall sein, dass dieses wunderbare Kinderbuch aus dem Magellan Verlag mit einem Zitat von Astrid Lindgren beginnt: „Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.“ Denn tatsächlich fühle ich mich ( Jahrgang 1971) in meine schönsten Kinder-Lesezeiten zurückversetzt. Das liegt in erste Linie daran, dass die Autorin Uticha Marmon es schafft, ein sehr undankbares, trauriges und angstbesetzes Thema, nämlich in diesem Fall die Demenz des Uropas, mit einer so berührenden und phantasievollen Schreibe zu belegen . . .“