Als Opapi das Denken vergaß

Als Opapi das Denken vergaß

Uticha Marmon, Als Opapi das Denken vergaß, Magellan Verlag

Es kann eigentlich kein Zufall sein, dass dieses wunderbare Kinderbuch aus dem Magellan Verlag mit einem Zitat von Astrid Lindgren beginnt:“Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.“ Denn tatsächlich fühle ich mich ( Jahrgang 1971) in meine schönsten Kinder-Lesezeiten zurückversetzt. Das liegt in erste Linie daran, dass die Autorin Uticha Marmon es schafft, ein sehr undankbares, trauriges und angstbesetzes Thema, nämlich in diesem Fall die Demenz des Uropas, mit einer so berührenden, phantasievollen Schreibe zu belegen, dass es eine unbändige Freude ist, mit der kleinen Hauptdarstellerin Mia und ihrem Opa abzutauchen. Abzutauchen in eine Welt, in der ihr Opapi ein kleiner frecher Junge war und durch die Demenz wieder wird, es nach Meer, Fisch und Öl riecht. Die Kinder spielten noch mit einer Steinschleuder und nicht mit ihren Smartphones.

Dieses Buch, welches die Gegenwart mit der Vergangenheit magisch verbindet, kann Kindern ab acht Jahren eine tolle Hilfe bei einem akuten Demenzfall in der Familie sein. Es kann aber auch als Buch animieren, die noch gesunden Großeltern mal nach ihren Kindheitserinnerungen zu fragen, damit das Wissen und die Schätze der älteren Generation eben nicht verloren gehen. Das ganz besondere an dem Buch ist aber, dass es zwar ein Kinderbuch ist, aber gerade auch Erwachsenen helfen kann, im Familienkreis und mit den Kindern eine Demenz zu verstehen und zu begreifen. Mia geht in diesem Buch so mit ihrem Opapi um, wie es auch von zahlreichen Experten geraten wird. Doch diese Experten sind manchmal nicht in der Lage einen Leitfaden an die Hand zu geben. Dieses Buch schon.

Mia holt ihren Opapi anhand von ganz konkreten Beispielen in seiner Welt ab und versucht nicht, ihn wieder in unsere zu ziehen. Und auch wenn der „schwarze Vergessenstroll“ Mia wütend macht und sie gegen ihn kämpft, macht sie intuitiv und mit dieser speziellen Kinderleichtigkeit viel richtig. Mia zeigt den Erwachsenen, wie man mit kleinen Dingen und Veränderungen im Haus und Haushalt eine Hilfestellung leisten kann. Und das eine Demenz nicht nur das schwarze Ungeheuer ist, sondern auch lustig, liebevoll und phantasievoll sein kann.

Erwachsene sollten gerade im Umgang mit Demenzkranken auf die Kinder vertrauen und keinesfalls den Umgang mit den erkrankten Großeltern verbieten. Uticha Marmon versieht ihr Buch mit inneren Bildern über böse Überraschungen und die verschiedenen Aspekte einer Demenz, ohne Angst zu schüren. Fazit: Ich habe dieses Buch an einem Nachmittag gelesen und wollte am Ende was? Genau das was man sich bei allen guten herzberührenden Büchern wünscht: Mehr Geschichten von Mia und ihrem Opapi!!!

 

Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß

160 Seiten / für Kinder ab acht Jahren

ISBN 9783 7348 4004 3

 

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