„Opa auf Reisen“ kehrt ins „Haus der Traditionen“ ein

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Kaffeekränzchen – einfach wunderbar. Foto: Kuchenbecker

 

Mit der Kindheit ist es so eine Sache, Dinge die uns dort prägen, vergessen wir ein Leben lang nicht mehr.

Ich rühre einen Kuchenteig zum Beispiel nie links herum, weil meine Omi immer sagte, dann geht der Kuchen nicht auf…

Nicht anders verhält es sich auch heute mit Entscheidungen die man treffen muss, wir sind geprägt aus Kindertagen…
Als es darum ging eine Location für die Präsentation unseres Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“ auf der diesjährigen Demenzwoche in Hamburg zu finden, gab es nur eine Wahl: das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten.
Warum? Nun, da müssen wir ganz weit zurück gehen.

Mitte der 1970 er Jahre war es bei der älteren Generation, sprich bei Oma und Opa, sehr angesagt, Kaffeekränzchen abzuhalten. Entweder zu Hause oder in einem schicken Hotel. Zu Hause gab es dann immer leckere Naschereien und Salzgebäck. Nie wieder schmeckte mir das Salzgebäck so gut wie damals, als man die Reste der Gäste von den Tellern stibitzen durfte. Man bekam von Onkel Esie immer eine Mark oder eine Tafel Schokolade, also wirklich immer. Ich freute mich jedesmal darauf.
Ja, und manchmal fand das Kaffeekränzchen auch im Vier Jahreszeiten statt. Wenn ich vorher mindestens zweimal die Fransen von Omas Teppichen mit dem Fransenbesen perfekt gebürstet hatte, durfte ich mit dorthin.
Ich sagte dann immer, heute gehe ich zu Königen, weil mir das Hotel vor kam, wie ein Königshaus. Tatsächlich erinnert heute und auch damals alles an ein Königshaus. Und natürlich haben in den letzten Jahrzehnten dort zahlreiche Repräsentanten der Königshäuser ihren Aufenthalt genossen.

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt...

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt. Foto: Kuchenbecker

Wenn ich mit meiner Oma in diesem Hotel ankam, tauchte ich ab in meine eigene kleine Kinderwelt. Ich stellte mir vor, ich wäre die Tochter eines reichen Scheichs aus Persien und meine Oma wäre meine Gouvernante. In der Wohnhalle angekommen, begrüßte uns meist ein sehr stattlicher Mann in einem feinen Anzug, er trug das Haar so perfekt, wie ich es in den 70 er Jahren selten gesehen habe. Das tollste aber war, dass er immer einen grün-gelben Bonbon aus seiner Tasche zauberte, der innen mit Brausepulver gefüllt war. Köstlich. Später servierte mir Herbert, so nannte ich ihn, dann den Kakao aus kleinen Kindertassen mit goldenen Rand. Und während ich so in der großen Wohnhalle saß, plätscherten die Gespräche meiner Oma mit ihren Freundinnen an mir vorbei. Ich schaute auf die glänzenden Marmorböden, die vielen Ölgemälde und herschaftlichen Stuckdecken. Im Kamin prasselte das Feuer und ich bekam immer neue Kekse von Herbert gereicht.

Ich schaute auf die Binnenalster und als langsam die Lichter dieser so wunderbaren Stadt anfingen zu leuchten, wurde es Zeit zu gehen. Es waren herrliche und unbeschwerte Stunden in diesem Hotel, das einst 1897 von Friedrich Haerlin ersteigert wurde. Er erschuf über die vielen Jahre aus einem damals sehr schmalen Bau ein Haus, welches heute herrschaftlich über dem Ufer der westlichen Binnenalster thront. Und genau dieser Friedrich Haerlin sagte einst zu seiner Frau: „Es ist alles wie bei uns zu Hause. Wenn wir Gäste einladen, dann ist alles schön sauber, der Tisch ist gedeckt, es ist gut und ausreichend gekocht und wir haben uns adrett angezogen, freuen uns auf unsere Gäste. Nichts anderes machen wir im Hotel, nur dass alles ein bisschen größer ist.“
Und weil sich der heutige Geschäftsführende Direktor des Hauses, Ingo C. Peters und alle Mitarbeiter dieser Tradition bewusst sind und sie jeden Tag mit Leidenschaft und Hingabe ebenso weiterführen, bin ich immer noch unglaublich gerne im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten. Als meine Kollegin Nicole Kuchenbecker und ich vor einigen Jahren als Redakteurinnen in der gleichen Redaktion für Jörg Pilawa gearbeitet haben, sind wir nach Feierabend oder am Wochenende gerne in dieses Hotel gegangen. Unser Highlight war und ist noch immer, die 5 Uhr-Tee-Zeremonie in der stattlichen Wohnhalle. Nicole erinnert das immer an ihr Zuhause in England, wo der Five o’Clock Tea Tradition hat. An der Alster werden Gebäck, Sandwisches mit Lachs, Ei und Gurke, Eclairs, Mille feuilles und Obstkuchen frisch und so köstlich zubereitet, dass mir jetzt schon wieder das Wasser im Munde zusammenläuft.

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, wie viel Spaß man in diesem Hotel haben kann und welche wunderbaren Erlebnisse Kinder mitnehmen, haben wir ein kleines Fotoshooting veranstaltet. Wir nennen es „Opa auf Reisen“ und wünschen jetzt viel Spaß beim Träumen und planen der nächsten Reise. Und vielleicht ja auch ins Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten nach Hamburg.

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß!

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß! Foto: Kuchenbecker

Mehr Impressionen in unserer Bildergalerie. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Tom Tailor ( Kleidung der Kinder) und bei Samonite ( Koffer) für die Unterstützung bei der Realisierung des Projektes „Opa auf Reisen“.

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