Model Hannah Bellmann: Demenz ist eine Krankheit, die einen auffrisst

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Model Hannah Bellmann engagiert sich für eben im Leben.

 

Prominente Gäste unterstützen das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ bei unserem Charity-Event Mitte September 2014.  Auch Model Hannah Bellmann ist dabei und hat uns im Vorwege bereits ein tolles Interview gegeben. Denn diese wunderschöne und lebensfrohe Frau hat so einiges zum Thema Demenz zu sagen.

 

eben im Leben: Hast du eigene Erfahrungen mit der Krankheit Demenz im Familien oder Freundeskreis gemacht?

Hannah Bellmann: Ja, leider habe ich das. Meine Oma erkrankte mit Mitte 80 und geistige Verfall ging Hand in Hand mit dem Körperlichen. Die Krankheit frisst einen auf. Der Mensch, der nicht mehr reflektieren kann, stirbt Stück für Stück.
Rene Descartes prägte nicht umsonst: Ich denke, also bin ich.

 

eben im Leben: Warum unterstützt du unser Projekt: Was ist bloß mit Opa los?

Hannah Bellmann: Ich finde es gut, dass man sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, darauf aufmerksam macht und die jüngere Generation im frühen Alter damit konfrontiert. Je eher man die Thematik versteht, desto verständnisvoller kann man damit umgehen. Es ist wichtig, dass dieses Krankheitsbild beleuchtet wird, da die Gesellschaft zunehmend älter wird und diese immer häufiger in Erscheinung tritt. Das Umgehen mit Erkrankten zu erlernen, nicht selber daran zu zerbrechen und die letzten Jahre des Menschen so gut es geht zu begleiten, ist wichtig und wortwörtlich kein Kinderspiel. Wenn ich einen Beitrag leisten kann, mache ich dies natürlich.

 

eben im Leben: Was könnte man tun, um die Betreuung von demenzkranken Menschen zu verbessern?

Hannah Bellmann: Einfach die Krankheit verstehen und akzeptieren- dem Betroffenen Verständnis zeigen. Außerdem muss für bestimmte Einrichtungen gesorgt werden, in denen Patienten betreut werden können. Als Verwandter schafft man dieses kaum, weil es im Endeffekt nicht nur ums Vergessen geht, sondern auch um einen starken körperlichen Verfall, der nur mit professioneller Hilfe zu Händeln ist.

 

eben im Leben: Welche schönen Erlebnisse hattest du mit deinen Großeltern?

Hannah Bellmann: Mit meinen Großeltern hatte ich viele schöne Erlebnisse. Ich rede jetzt gar nicht von Zoo oder Spielplatz.
Vielmehr Schlüsselerlebnisse, die einmalig waren: Ich saß einmal mit meiner Oma, ich war wohl vier, bei McDonalds- ja da ist sie mit mir hingegangen- und nach fünf Minuten am Platz sitzen (ich dachte sie wollte erstmal kurz einfach ruhen) sagt sie: „Hannah, unmöglicher Service heutzutage. Wann kommt denn jetzt der Kellner?“ Da habe ich ihr dann entgegnet: „Oma, du musst das vorne holen- selfservice.“ Sie kam mit einem großen Tablett wieder- und genau den richtigen Sachen. Dann habe ich da mit ihr Burger & Fries gegessen. Danach sagte sie zu mir, dass sie jetzt erstmal ihren Freundinnen Bescheid geben würde- hier würde sie mit Ihnen auch nochmal hingehen. Das fand ich irgendwie cool.

Genetisch gesehen sind wir Oma und Opa ähnlicher als unseren Eltern, da der Gencode gerne eine Generation überspringt.

Wenn ich eine Sache in meinen Genen haben möchte, ist es das Aktivitätsgen, welches sie hatte: Bis 85 gerudert, Sport getrieben und immer auf Achsen. Wunderschön, charmant und liebenswürdig. Leider trotzdem ihr leben lang leicht depressiv. Ob das mit der Grund für den Ausbruch ihrer Krankheit war? Irgendwie war sie Marilyn Monroe für mich.

 

eben im Leben: Liebe Hannah, danke für das Interview.

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