Monat: September 2014

Unser „Leben mit Demenz in Hamburg“ hat viele Gesichter

VJZ-Bilder_15

Ilse (94) freute sich über einen fröhlichen, bunten und lauten Nachmittag bei der Charity-Veranstaltung zu „Was ist bloß mit Opa los?“. Foto: Kuchenbecker

Die Aktionswoche „Leben mit Demenz in Hamburg“ ist vorbei – geblieben sind schöne Erinnerungen, viel Presserummel und eine glückliche Ilse.

Monatelang haben wir für unsere zwei Aktionen im Rahmen der Demenzwoche geschuftet. Ehrenamtlich, versteht sich. Kinder, Job und Haushalt noch so nebenbei gemacht. Es gab Streit, es gab Tränen und viele schlaflose Nächte. Aber als Ilse (94) zu Roberto Blancos Gesang tanzte, schien die Welt einen Augenblick lang still zu stehen. Ilse ist an einer Form von Demenz erkrankt. In diesem Moment war sie wieder jung, frisch und alle Ängste dieses Lebens schienen wie weggeblasen. Als Schauspieler Jan Leyk dann noch ein selbstgebasteltes Herz an die Seniorin verschenkte, schien ihre kleine Welt komplett glücklich zu sein. Und unsere auch.

Diese Erinnerungen werfen einen glamourösen Blick auf eine Demenz-Woche, die uns vor so manche Herausforderung stellte. Nur durch einen großen Auflauf an Prominenten haben wir den Sprung vom Status „unbekannt“ bis in die Mopo geschafft. Auch andere Medien berichteten, doch eine komplette (!) Seite der Hamburger Morgenpost für das Thema Demenz zu erhalten, ist unbeschreiblich. Denn mal ehrlich: Das Thema ist weder sexy noch kann man damit eine große Leserschaft in seinen Bann ziehen.

LMarktplatz_2

Für Kinder und Senioren: Auf dem Langenhorner Marktplatz wurde gesungen, gelesen, gespielt und eine Menge Spaß gemeinsam gehabt. Foto: Kuchenbecker

Wer uns bei all dem Hype die Bodenständigkeit bereits aberkannt hatte, erlebte uns auf dem Marktplatz in Langenhorn von einer ganz anderen, einer unspektakulären Seite. Hier spielten wir mit Senioren und Kitakindern an unterschiedlichen Stationen Entenangeln, Mensch ärger dich nicht oder am Glücksrad. Denn Sinn war, die Generationen zusammenrücken zu lassen, sich näher zu kommen. Musiker Peter Maiwald schmetterte ein Kinderlied nach dem anderen und verzauberte unsere Sänger aus dem Seniorenzentrum Röweland. Ein toller Act: Selbstgebastelte Papierhüte zierten die Köpfe aller großen und kleinen Sänger bei „Mein Hut, der hat drei Ecken“. Alle Besucher stimmten mit ein. Autorin Uticha Marmon las zudem aus ihrem Buch „Als Opapi das Denken vergaß“.

Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, Angelika Tumuschat-Bruhn aus der Gesundheitsbehörde und auch Pastor Tobias Götting, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Hamburg, waren unsere Gäste und machten beim bunten Treiben auf dem Marktplatz mit. Sie sangen, sie spielten – so, wie wir es uns gewünscht hatten.

Es war eine anstrengende Woche. Eine laute, bunte, glitzernde, mühevolle, tolle, unbeschreibliche Woche. Für uns überschlugen sich die Ereignisse. Es kommt ja schließlich nicht täglich vor, dass sich ein Hollywood-Star für das Projekt engagieren will. Diesen Deal fädelte mal eben mühelos unsere neue Botschafterin Model Hannah Bellmann ein. Und weitere  Aktionen warten schon. Ideen gibt es viele. Was sich umsetzen lässt, wird sich zeigen. Nur soviel schon vorab gesagt: Im November wird es eine Charity-Aktion für uns geben. Die ersten Bande dafür sind bereits geknüpft. Doch bis dahin wartet eine Versteigerung von Dan Aykroyds exklusiver Schädel-Flasche auf uns und der eine oder andere Blumenstrauß wird auch noch überreicht.

LMarktplatz_3

Waren in Langenhorn mit dabei: Bezirksamtsleiter Harald Rösler, Angelika Tumuschat-Bruhn von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und Tobias Götting, Pastor der Ansgar-Gemeinde Langenhorn und Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.(r). Foto: Kuchenbecker

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ausdrücklich bei allen bedanken, die uns in den vergangenen Monaten unterstützt haben. Angefangen beim Bezirksamt Hamburg-Nord, dem Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten hier ganz im Besonderen dem stellvertretenden Hoteldirektor Raimund Schied, Frau Schnaitmann und Frau Rüsch, dem Hamburg Airport, der Steg, myToys, selecta, Ravensburger, Tom Tailor, Samsonite, Herrn Uhlemann und der Filibox sowie der Nachbarschaftsgruppe NASE Fuhlsbüttel und all den helfenden Händen, die im geheimen agierten. Außerdem dem vielbeschäftigten Geschäftsführer von AIDA Entertainment Borris Brandt, der in seiner Freizeit das Event im Vier Jahreszeiten moderierte.

Ein besonderer Dank geht auch an das Stiftungsteam der HSH Nordbank mit Frau Krzykowski und Herrn Schepers für die insprierende Begleitung.

In unserer Bildergalerie lassen wir unser Charity-Event „Was ist bloß mit Opa los?“ und auch „Was ist bloß mit Opa los? – wir spielen“ vom Langenhorner Marktplatz noch einmal visuell Revue passieren.

Model Hannah Bellmann unterstützt den Verein eben im Leben

+ + +Pressemeldung + + +Pressemeldung + + + Pressemeldung + + + Pressemeldung + + +

eben im Leben freut sich über seine neue Botschafterin: Model Hannah Bellmann unterstützt die Arbeit des Vereins und setzt sich für die Stärkung von Kindern in Projekten mit dem Schwerpunkt Demenz ein. Bellmann weiß wie es ist, wenn Kinder miterleben müssen, wie ein naher Angehöriger an einer Form von Demenz erkrankt. Das Model: „Diese Krankheit frisst einen förmlich auf.“ Auch Hannah Bellmann musste diese schmerzhafte Erfahrung machen.

 

Beauty14„Ich bin Botschafterin, weil eben im Leben nicht die Hände ausstreckt und nach materiellen Spenden bettelt, sondern durch präventive Arbeit und entsprechende Events für reine Aufmerksamkeit plädiert und soziale Missstände thematisiert, die Klassen- und Herkunftsunabhängig sind.
Unterstützung kommt dann ins Spiel, wenn man das versteht, was andere aufzeigen. Und die Unterstützung die dann kommt, kommt vom Herzen. Dann ist man genau bei eben im Leben angekommen. Ich tue das. Aus vollem Herzen.“

Hannah Bellmann

 

eben im Leben e.V. wurde im Juni 2014 gegründet. Mit dem Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ bringen die Vereinsgründerinnen Claudia Unruh und Nicole Kuchenbecker Kindern ab vier Jahren das Thema Demenz näher. An drei aufeinanderfolgenden Projekttagen erfahren Kinder spielerisch alles Wissenswerte zum Thema Demenz und den Umgang mit der Erkrankung. So werden sie gestärkt, um für einen möglichen Demenzfall in der Familie gerüstet zu sein.

+ + +Pressemeldung + + +Pressemeldung + + + Pressemeldung + + + Pressemeldung + + +

„Was ist bloß mit Opa los?“ -Charity: Der Tag, an dem Jan die Ilse traf

Charity-Bolg-Jan-Ilse

Bei der Charity „Was ist bloß mit Opa los?“: Schauspieler Jan Leyk schenkt Ilse ein gebasteltes Herz. Foto: Kuchenbecker

Es war ein wundervoller Nachmittag für Ilse. Die Hamburger Seniorin, die auch das Titel-Model für unseren Aufsteller mimt, war bei unserer Auftakt-Veranstaltung zur Demenzwoche Hamburg, unser Gast. Und sie war wunderbar. So, wie wir sie kennen: fröhlich, offen und herzlich. Es war ein ganz besonderer Moment für Schauspieler und DJ Jan Leyk als er unsere Ilse traf. Sofort hatten sich die zwei gefunden: Beim gemeinsamen Basteln, beim eigenen Selfie-Shooting. Und auch die zahlreichen Pressefotografen stürzten sich förmlich auf die alte Dame, die immer so liebevoll lächelt.

Charity-Blog-Roberto

Das „Leben mit Demenz in Hamburg“ kann auch so aussehen: Roberto singt, die Senioren tanzen und die Kinder schauen neugierig zu. Foto: Kuchenbecker

Ilse war so stolz, als sie ihr Abbild auf unseren Plakaten sah. Diese Freude in ihren Augen, trieb mir das Wasser ebenfalls dahin. Und als sie dann tanzte und Roberto Blanco dazu sang, blieb für mich eine Sekunde lang die Welt stehen. Auch unsere jungen Gäste mischten unter die tanzenden Senioren und machten mit.

Für dieses Bild hat sich die monatelange Schufterei gelohnt. Denn es ist wirklich anstrengend eine Auftaktveranstaltung für einen kleinen Verein in Kombination mit einer Charity und dann im Rahmen einer Aktionswoche zu organisieren. Dabei hat uns Borris Brandt als Moderator und auch das Team vom Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten super unterstützt. Wir haben es geschafft. Und auch erfolgreich: Große Medienberichte in der Mopo und in der Bild waren der Anfang. Weitere folgen. Und endlich ist sie da, die dringend gebrauchte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit mit Kindern und Senioren bei einer Bastelstunde.

Diesen Erfolg verdanken wir natürlich auch unseren VIP-Gästen. Model Hannah Bellmann, die sich sehr für den Verein eben im Leben einsetzt; Jan Leyk, der gleich mal seiner Fangemeinde auf Facebook von Ilse berichtete oder auch Anna Christiana Hofbauer, die Bachelorette, die so süß mit den Kindern bastelte und sich immer und immer und immer und immer wieder mit ihnen fotografieren lies. Der kleine Lennart (4) wusste gar nicht so recht wie ihm geschah, als Boxer Ismail Özen im seine Boxhandschuhe um den Hals hängte und signierte. Alles für den guten Zweck. Unsere prominenten Gäste brachten jeder ein Stück mit, das wir in dieser Woche auf Ebay-Charity zugunsten des Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“ versteigern.  Denn jetzt  geht es ans Spenden sammeln.

Ebay_Hannah_Bellmann

Hannah Bellmann stiftet einen Kindergeburtstag mit Schminken und Fotoshooting. Foto: Kuchenbecker

Den Anfang machte dabei Hannah Bellmann, die einen ganz besonderen Kindergeburtstag stiftete: Mit ihr gemeinsam können bis acht Kinder feiern, sich schminken lassen und das Geburtstagskind macht sogar mit dem Model ein gemeinsames Foto. Roberto Blanco signierte eine Marionette, passend zu seinem Song „Der Puppenspieler von Mexiko“; Jan Leyk signierte einen TobyRich-Flieger und Anna Christiana Hofbauer lädt zum Meet & Greet zu ihrer Evita-Musical-Premiere nach Oldenburg ein. Und natürlich kommen auch die Boxhandschuhe von Ismail Özen unter den Hammer. Auch unsere Sponsoren schließen sich an: Marcel Uhlemann von der Filibox stiftet drei 3-Monats-Abos Bastelspaß mit der Filibox.

Als ich mich von Ilse verabschiedete, durfte ich sie umarmen und mich für einen ungewöhnlichen, unglaublichen Nachmittag mit ihr bedanken. Ich gab ihr noch unser Plakat mit ihrem Konterfei mit auf den Weg. Sie war so glücklich. Und ich auch. „Das Bild bekommt einen guten Platz“, sagt sie – in der Tagespflege Alter und Pflege in Barmbek-Nord, dem „zweiten“ Zuhause von Ilse.

Vom Paukenschlag, einem Rollup und der Polizei – der Countdown läuft

Polizei-Blog

Jürgen Hennings und Thomas Wieben (r.) freuen sich gemeinsam mit Nicole Kuchenbecker und Justus auf die Veranstaltung „Was ist bloß mit Opa los? – wir spielen“ am Freitag, 19. September 2014, von 10 bis 12 Uhr auf dem Langenhorner Marktplatz.

Jetzt ist es vorbei. Die Kraft lässt nach. Und es sind nur noch ein paar Stunden bis die große Party im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten steigt. Noch einmal gehen wir jetzt die Checklisten durch. Sind alle eingeladen, ist das Rollup vorbereitet, stehen die Moderationen? Die Basteltischdecken sind bereits im Hotel, die Poster und Postkarten liegen zusammengepackt in der Tasche. Aber irgendetwas habe ich bestimmt vergessen. Jetzt weint wieder das Kind, denn es ist krank. Er soll morgen mit auf die Veranstaltung. Klar, er ist wichtig. Er ist unser Aushängeschild. Auf den neuen Flyern ist schließlich sein Konterfei.

In rasendem Tempo vergingen die vergangenen Wochen. Die Benefiz-Veranstaltung soll schließlich ein Paukenschlag werden mit dem sich unser Verein eben im Leben e.V. der Welt vorstellen wird. Klar, prominente Gesichter helfen uns dabei. Sie bringen die Aufmerksamkeit, die ein kleiner Verein unbedingt braucht. Aber ohne die Menschen im Hintergrund geht es nicht.

Soeben erreichte mich auf Facebook eine sehr persönliche Nachricht. Noch immer habe ich Tränen in den Augen, denn eine Dame, die ich nur virtuell im Social Media Leben kenne, hat mir geschrieben, wie wichtig sie unsere Arbeit findet. Wie wichtig es ist, Kinder mit Themen wie Demenz vertraut zu machen. Sie hatte nicht das Glück. Ich freue mich, diese Dame am Freitag in Langenhorn persönlich zu treffen. Sie hat einen meiner Beiträge kommentiert und ihr Kommen avisiert. Das freut mich.

Ihre Zeilen waren ein Entschleuniger für mich. Ein ganz persönlicher. Diese Offenheit berührt mein gestresstes Ich. Das ist wunderbar. Es zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist. Das macht Mut, um all den Ärger, die Ängste, die Zweifel und den Stress einfach wegzuwischen.

Ich freue mich auf morgen. Auf den Paukenschlag. Ich freue mich aber genauso auf Freitag, auf unsere Spielemeile auf dem Marktplatz in Langenhorn. Ich freue mich auf die Kita-Kinder, die sich schon angesagt haben. Auf die Senioren, die singen werden. Auf den Hut mit den drei Ecken. Ich freue mich besonders auf Thomas Wieben und Jürgen Hennings von der Langenhorner Polizei. Die zwei Beamten werden auf dem Marktplatz über das Thema Demenz aus ihrer Sicht berichten und informieren. Das ist sehr spannend. Toll auch, dass sie mit einem Polizei-Transporter kommen und die Kinder das Blaulicht ausprobieren dürfen. Ich freue mich auf all die Menschen, die uns an diesem Tag begegnen. Und ich danke allen, die uns auf dem Weg der vergangenen Wochen unterstützt haben. Ganz konkret mit ihren Spenden, mit Likes auf Facebook oder auch mit ein paar lieben Zeilen per Mail. Ohne diese Unterstützung wäre das alles nicht möglich. Danke dafür.

Jetzt aber noch schnell die Pressemitteilungen erarbeiten, die Charity-Aktion auf der Versteigerungsplattform vorbereiten. Der Text muss noch geschrieben werden – und es fehlt noch eine letzte Ankündigung für die Lokalzeitung. Dann sind wir fertig. Langsam. Bis uns das nächste einfällt.

 

„Opa auf Reisen“ kehrt ins „Haus der Traditionen“ ein

Blog_Beitrag_VJZ_Text_1

Kaffeekränzchen – einfach wunderbar. Foto: Kuchenbecker

 

Mit der Kindheit ist es so eine Sache, Dinge die uns dort prägen, vergessen wir ein Leben lang nicht mehr.

Ich rühre einen Kuchenteig zum Beispiel nie links herum, weil meine Omi immer sagte, dann geht der Kuchen nicht auf…

Nicht anders verhält es sich auch heute mit Entscheidungen die man treffen muss, wir sind geprägt aus Kindertagen…
Als es darum ging eine Location für die Präsentation unseres Projektes „Was ist bloß mit Opa los?“ auf der diesjährigen Demenzwoche in Hamburg zu finden, gab es nur eine Wahl: das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten.
Warum? Nun, da müssen wir ganz weit zurück gehen.

Mitte der 1970 er Jahre war es bei der älteren Generation, sprich bei Oma und Opa, sehr angesagt, Kaffeekränzchen abzuhalten. Entweder zu Hause oder in einem schicken Hotel. Zu Hause gab es dann immer leckere Naschereien und Salzgebäck. Nie wieder schmeckte mir das Salzgebäck so gut wie damals, als man die Reste der Gäste von den Tellern stibitzen durfte. Man bekam von Onkel Esie immer eine Mark oder eine Tafel Schokolade, also wirklich immer. Ich freute mich jedesmal darauf.
Ja, und manchmal fand das Kaffeekränzchen auch im Vier Jahreszeiten statt. Wenn ich vorher mindestens zweimal die Fransen von Omas Teppichen mit dem Fransenbesen perfekt gebürstet hatte, durfte ich mit dorthin.
Ich sagte dann immer, heute gehe ich zu Königen, weil mir das Hotel vor kam, wie ein Königshaus. Tatsächlich erinnert heute und auch damals alles an ein Königshaus. Und natürlich haben in den letzten Jahrzehnten dort zahlreiche Repräsentanten der Königshäuser ihren Aufenthalt genossen.

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt...

Jona mit der wohl leckersten Schokotorte der Welt. Foto: Kuchenbecker

Wenn ich mit meiner Oma in diesem Hotel ankam, tauchte ich ab in meine eigene kleine Kinderwelt. Ich stellte mir vor, ich wäre die Tochter eines reichen Scheichs aus Persien und meine Oma wäre meine Gouvernante. In der Wohnhalle angekommen, begrüßte uns meist ein sehr stattlicher Mann in einem feinen Anzug, er trug das Haar so perfekt, wie ich es in den 70 er Jahren selten gesehen habe. Das tollste aber war, dass er immer einen grün-gelben Bonbon aus seiner Tasche zauberte, der innen mit Brausepulver gefüllt war. Köstlich. Später servierte mir Herbert, so nannte ich ihn, dann den Kakao aus kleinen Kindertassen mit goldenen Rand. Und während ich so in der großen Wohnhalle saß, plätscherten die Gespräche meiner Oma mit ihren Freundinnen an mir vorbei. Ich schaute auf die glänzenden Marmorböden, die vielen Ölgemälde und herschaftlichen Stuckdecken. Im Kamin prasselte das Feuer und ich bekam immer neue Kekse von Herbert gereicht.

Ich schaute auf die Binnenalster und als langsam die Lichter dieser so wunderbaren Stadt anfingen zu leuchten, wurde es Zeit zu gehen. Es waren herrliche und unbeschwerte Stunden in diesem Hotel, das einst 1897 von Friedrich Haerlin ersteigert wurde. Er erschuf über die vielen Jahre aus einem damals sehr schmalen Bau ein Haus, welches heute herrschaftlich über dem Ufer der westlichen Binnenalster thront. Und genau dieser Friedrich Haerlin sagte einst zu seiner Frau: „Es ist alles wie bei uns zu Hause. Wenn wir Gäste einladen, dann ist alles schön sauber, der Tisch ist gedeckt, es ist gut und ausreichend gekocht und wir haben uns adrett angezogen, freuen uns auf unsere Gäste. Nichts anderes machen wir im Hotel, nur dass alles ein bisschen größer ist.“
Und weil sich der heutige Geschäftsführende Direktor des Hauses, Ingo C. Peters und alle Mitarbeiter dieser Tradition bewusst sind und sie jeden Tag mit Leidenschaft und Hingabe ebenso weiterführen, bin ich immer noch unglaublich gerne im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten. Als meine Kollegin Nicole Kuchenbecker und ich vor einigen Jahren als Redakteurinnen in der gleichen Redaktion für Jörg Pilawa gearbeitet haben, sind wir nach Feierabend oder am Wochenende gerne in dieses Hotel gegangen. Unser Highlight war und ist noch immer, die 5 Uhr-Tee-Zeremonie in der stattlichen Wohnhalle. Nicole erinnert das immer an ihr Zuhause in England, wo der Five o’Clock Tea Tradition hat. An der Alster werden Gebäck, Sandwisches mit Lachs, Ei und Gurke, Eclairs, Mille feuilles und Obstkuchen frisch und so köstlich zubereitet, dass mir jetzt schon wieder das Wasser im Munde zusammenläuft.

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, wie viel Spaß man in diesem Hotel haben kann und welche wunderbaren Erlebnisse Kinder mitnehmen, haben wir ein kleines Fotoshooting veranstaltet. Wir nennen es „Opa auf Reisen“ und wünschen jetzt viel Spaß beim Träumen und planen der nächsten Reise. Und vielleicht ja auch ins Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten nach Hamburg.

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß!

Die Vorfreude bei der Ankunft ist groß! Foto: Kuchenbecker

Mehr Impressionen in unserer Bildergalerie. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Tom Tailor ( Kleidung der Kinder) und bei Samonite ( Koffer) für die Unterstützung bei der Realisierung des Projektes „Opa auf Reisen“.

Model Hannah Bellmann: Demenz ist eine Krankheit, die einen auffrisst

hannahjungs 443aa

Model Hannah Bellmann engagiert sich für eben im Leben.

 

Prominente Gäste unterstützen das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ bei unserem Charity-Event Mitte September 2014.  Auch Model Hannah Bellmann ist dabei und hat uns im Vorwege bereits ein tolles Interview gegeben. Denn diese wunderschöne und lebensfrohe Frau hat so einiges zum Thema Demenz zu sagen.

 

eben im Leben: Hast du eigene Erfahrungen mit der Krankheit Demenz im Familien oder Freundeskreis gemacht?

Hannah Bellmann: Ja, leider habe ich das. Meine Oma erkrankte mit Mitte 80 und geistige Verfall ging Hand in Hand mit dem Körperlichen. Die Krankheit frisst einen auf. Der Mensch, der nicht mehr reflektieren kann, stirbt Stück für Stück.
Rene Descartes prägte nicht umsonst: Ich denke, also bin ich.

 

eben im Leben: Warum unterstützt du unser Projekt: Was ist bloß mit Opa los?

Hannah Bellmann: Ich finde es gut, dass man sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, darauf aufmerksam macht und die jüngere Generation im frühen Alter damit konfrontiert. Je eher man die Thematik versteht, desto verständnisvoller kann man damit umgehen. Es ist wichtig, dass dieses Krankheitsbild beleuchtet wird, da die Gesellschaft zunehmend älter wird und diese immer häufiger in Erscheinung tritt. Das Umgehen mit Erkrankten zu erlernen, nicht selber daran zu zerbrechen und die letzten Jahre des Menschen so gut es geht zu begleiten, ist wichtig und wortwörtlich kein Kinderspiel. Wenn ich einen Beitrag leisten kann, mache ich dies natürlich.

 

eben im Leben: Was könnte man tun, um die Betreuung von demenzkranken Menschen zu verbessern?

Hannah Bellmann: Einfach die Krankheit verstehen und akzeptieren- dem Betroffenen Verständnis zeigen. Außerdem muss für bestimmte Einrichtungen gesorgt werden, in denen Patienten betreut werden können. Als Verwandter schafft man dieses kaum, weil es im Endeffekt nicht nur ums Vergessen geht, sondern auch um einen starken körperlichen Verfall, der nur mit professioneller Hilfe zu Händeln ist.

 

eben im Leben: Welche schönen Erlebnisse hattest du mit deinen Großeltern?

Hannah Bellmann: Mit meinen Großeltern hatte ich viele schöne Erlebnisse. Ich rede jetzt gar nicht von Zoo oder Spielplatz.
Vielmehr Schlüsselerlebnisse, die einmalig waren: Ich saß einmal mit meiner Oma, ich war wohl vier, bei McDonalds- ja da ist sie mit mir hingegangen- und nach fünf Minuten am Platz sitzen (ich dachte sie wollte erstmal kurz einfach ruhen) sagt sie: „Hannah, unmöglicher Service heutzutage. Wann kommt denn jetzt der Kellner?“ Da habe ich ihr dann entgegnet: „Oma, du musst das vorne holen- selfservice.“ Sie kam mit einem großen Tablett wieder- und genau den richtigen Sachen. Dann habe ich da mit ihr Burger & Fries gegessen. Danach sagte sie zu mir, dass sie jetzt erstmal ihren Freundinnen Bescheid geben würde- hier würde sie mit Ihnen auch nochmal hingehen. Das fand ich irgendwie cool.

Genetisch gesehen sind wir Oma und Opa ähnlicher als unseren Eltern, da der Gencode gerne eine Generation überspringt.

Wenn ich eine Sache in meinen Genen haben möchte, ist es das Aktivitätsgen, welches sie hatte: Bis 85 gerudert, Sport getrieben und immer auf Achsen. Wunderschön, charmant und liebenswürdig. Leider trotzdem ihr leben lang leicht depressiv. Ob das mit der Grund für den Ausbruch ihrer Krankheit war? Irgendwie war sie Marilyn Monroe für mich.

 

eben im Leben: Liebe Hannah, danke für das Interview.