U6+Ü80: Kinder bringen Normalität für alte Menschen

Jung und alt gehören zusammen – das belegt nun auch eine wissenschaftliche Studie der EH Freiburg. Foto: Kuchenbecker

Jung und alt gehören zusammen – das belegt nun auch eine wissenschaftliche Studie der EH Freiburg. Foto: Kuchenbecker

Jung und Alt gehören zusammen. Wie die zwei unterschiedlichen Generationen voneinander profitieren können, war lange unklar. Denn es herrscht von junger Seite mehr Ablehnung und Frust gegenüber den älteren Menschen in unserer Gesellschaft denn Zuneigung, Verständnis oder gar Normalität. Daher ist das Forschungsprojekt „Intergenerative Begegnungen“ der Evangelischen Hochschule (EH) Freiburg zwei Jahre lang der Frage nachgegangen, welche Schritte notwendig seien, um Junge und Alte zusammenzubringen. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

„Begegnungen von Kindern und alten Menschen sind keine Selbstläufer, zu unterschiedlich sind die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten“, sagte Dörte Weltzien, Professorin für Kindheitspädagogik an der EH Freiburg bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse. Gemeinsam mit dem Gerontologen Prof. Dr. Thomas Klie leitet sie das Projekt, bei dem regelmäßig Besuche von Vorschulkindern in Altenhilfeeinrichtungen organisiert worden waren.  Projekt-Partner dabei waren Kindergärten, ein Familienzentrum sowie eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz; wissenschaftlich begleitet haben die Evangelische Hochschule, das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung und das AGP Sozialforschung an der EH Freiburg die Studie.

Kinder bringen bereits in jungen Jahren stereotype Altersbilder mit („alte Menschen können gar nichts mehr“), gleichzeitig haben sie ein Forscherinteresse an dem hohen Alter. Weltzien: „Je jünger die Kinder sind, desto offener gehen sie in die Begegnungen mit den hochbetagten Menschen“. Entscheidend dabei ist, dass sie durch ihre pädagogischen Fachkräfte feinfühlig begleitet werden und die Teilnahme freiwillig ist. Thomas Klie: „Wir wissen, dass es gerade für Menschen am Ende ihres Lebens besonders bedeutsam ist, in Kontakt zu den ihnen nachfolgenden Generation zu stehen und sie erleben zu können.“ Das Projekt Begegnungen hat diese Gelegenheiten geschaffen. „Die älteren Menschen haben in dem Projekt Momente des Glücks, der Begegnung, des Kontaktes und ein Stück „Normalität“ – die gerade von den Älteren so dringend gewünscht wird – erlebt“, so Klie.

Das Ergebnis der Studie: Nach zwei Jahren regelmäßiger Teilnahme an den Begegnungen haben sich Veränderungen in den Einstellungen und Verhaltensweisen der Kinder ebenso wie in ihren sozial-emotionalen Kompetenzen gezeigt. Kinder, die häufiger an solchen Begegnungen teilgenommen haben, „kennen“ das hohe Alter besser, sie können stärker differenzieren zwischen altersspezifischen Merkmalen und der individuellen Persönlichkeit des alten Menschen. Auch Themen wie Krankheit, Pflege und Tod sind für die Kinder weniger tabuisiert und werden als „große Themen“ des Lebens diskutiert. Die Kinder haben zudem gelernt, sich in die Wünsche und Gefühle der alten Menschen hineinzuversetzen. (Quelle: idw)

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